Horror

In "Saw VII" fliegen wieder die Hautfetzen – in 3D

"Saw" gilt als die erfolgreichste Horror-Serie aller Zeiten. Jetzt soll das Finale kommen. Es wäre wirklich zu wünschen.

Verraten wir es gleich: Am besten ist der Anfang. Zwei Männer und eine Frau sind in einem Schaufenster an eine Foltermaschine gekettet. Draußen gafft die Menge, drinnen drehen sich Kreissägen. Bis das Blut spritzt, das Volk schreit – und alle fühlen sich unwohl.

Diese Eröffnungsszene von „Saw 3 D – Vollendung“ funktioniert wunderbar als Kommentar zur ganzen „Saw“-Serie, die hier im siebten Teil endlich ihren Abschluss findet. Ja, das Blut spritzte reichlich zwischen 2004, als sich in „Saw“ Dr. Gordon (Cary Elwes) mit der Titel-„Säge“ von seinem Fuß trennen musste, bis zum sechsten Teil, in dem mit Detective Hoffmann (Costas Mandylor) bereits der zweite Nachfolger des Serienkillers Jigsaw einmal mehr diverse Opfer durch diverse Folterparcours getrieben hatte. Das Geschehen fand dabei stets in Kellerräumen statt, die Uhr tickte, das Opfer kämpfte, Dornen, Räder, Nägel oder Schlingen bohrten sich unerbittlich in sterbende Körper.

Und der Kino-Zuschauer draußen?

Gaffte und erfreute sich zunächst am zynischen Spiel, um dann zunehmend zu ermüden – zu geschmiert lief die Todesmaschinerie, zu manieristisch waren die erzählerischen Ellipsen. So spielte „Saw VI“ mit weltweit 64 Millionen US-Dollar gerade einmal ein gutes Drittel des erfolgreichsten Teiles „Saw III“ (164 Millionen US-Dollar) ein. Und so lässt man in „Saw 3 D – Vollendung“ die Serie nun ziemlich lieblos sterben: Wieder einmal muss ein Opfer einen Parcours der Perversionen durchlaufen, wieder einmal tauchen alte Figuren in neuem Licht auf, und wieder einmal hat der längst tote Jigsaw einen Gastauftritt.

Besonders enttäuschend ist dabei, dass Regisseur Kevin Greutert, der schon „Saw VI“ drehte und für alle Folgen den Schnitt besorgte, die 3-D-Technik nicht effektvoll einsetzt und es bei fliegenden Hautfetzen und Blutstropfen belässt. Setting und Montage sind zwar von gewohnter Qualität, aber dieser Serie, die es mit einem Einspielergebnis von bislang 733 Millionen US-Dollar sogar ins "Guinness-Buch der Rekorde" als „Most Successful Horror Movie Series“ geschafft hat, hätte man einen würdigeren Abgang gewünscht als diese uninspirierte, eindimensionale Pflichtübung in 3D.