Die Forschung zur Herkunft von NS-Raubkunst muss nach Ansicht von Kulturstaastsminister Bernd Neumann ausgeweitet werden. "Nicht zuletzt muss sich in Zukunft unser Blick von den Gemälden und Büchern, die derzeit intensiv untersucht werden, auf andere Bereiche wie Kunstgewerbe und wissenschaftliche Sammlungen weiten", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch. Er habe veranlasst, die Förderung der Arbeitsstelle für Provenienzrecherche und -forschung (AfP) vorerst bis 2013 fortzuführen.
So erhielt die Jüdische Gemeinde zu Berlin am Mittwoch 13 in der NS-Zeit geraubte Bücher zurück. Entdeckt wurden sie in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin im Rahmen eines von der AfP geförderten Projekts. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) nahm die Rückgabe zum Anlass, die Bundesländer aufzufordern, mehr Geld in die Forschung zur Herkunft von NS-Raubkunst zu investieren.
Der Bund fördert die AfP seit 2008 mit jährlich einer Million Euro. Dies könne nur als Motivation für die Länder verstanden werden, selbst Geld in die Forschung zu stecken. Denn eine Million Euro sei wenig, wenn man die Forschung flächendeckend betreiben wolle, sagte Neumann. Der Erfolg der AfP habe ihn bestärkt, der Einrichtung bis 2013 weiter jedes Jahr eine Million Euro zur Verfügung zu stellen.
Neumann sagte, die 13 Bücher, die zurückgegeben würden, bewahrten das Andenken an die Berliner Jüdische Gemeinde, die im Nationalsozialismus ausgelöscht und deren Mitglieder getötet oder vertrieben worden seien. „Gerade die Alltäglichkeit dieser Bücher ist es, die uns an die schreckliche Realität der Judenverfolgung in der Nazidiktatur erinnert. Insbesondere deshalb sind solche Projekte heute und in Zukunft so wichtig“ Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Lala Süsskind, bedankte sich und sagte: „Diese Übergabe erinnert uns alle daran, dass Unrecht auch nach so vielen Jahren nicht verjährt.“
dapd/cb




