"Mord ist mein Geschäft"

Nora Tschirner liebt einen Auftragskiller

An der Besetzung von "Mord ist mein Geschäft, Liebling" ist nichts auszusetzen: Neben Rick Kavanian und Nora Tschirner spielt auch Altmeister Bud Spencer in der Kino-Komödie um Liebe und Leichen mit. Trotz vieler Spezialeffekte bleibt der Film aber blass – auch wenn die Hauptdarstellerin alles gibt.

30 Millionen Kinokarten: die wurden bislang für Komödien gelöst, in denen Rick Kavanian und Nora Tschirner zu sehen waren – wenn auch nicht als Hauptdarsteller. Wie selbstbewusst deutsche Komödienhersteller angesichts dieser Erfolge geworden sind, zeigt „Mord ist mein Geschäft, Liebling“. Nicht nur, dass man das Wagnis einging, den als albernen und eher pummeligen Sidekick bekannten Kavanian zum coolen Helden einer romantischen Komödie zu ernennen – man will auch berühmten Screwball- und Gangster-Klassikern der Filmgeschichte Paroli bieten.

Gefielen sich deutsche Erfolgsfilme bislang darin, „einheimische“ Stoffe wie Winnetou oder Edgar Wallace zu parodieren, so will es „Mord ist mein Geschäft“ nun mit „Bettgeflüster“, „Der Pate“, „Kill Bill“ und „Der rosarote Panther“ aufnehmen. Um die Geschichte eines Auftragskillers (Kavanian) zu erzählen, der sich in eine leicht trottelige Verlagsfrau (Tschirner) verliebt, wird einiger Aufwand betrieben: Es gibt Splitscreens, optisch gewitzte Szenenübergänge, einen Dean-Martin-Soundtrack, waghalsige Motorrad-Action und, das sei nicht verschwiegen, die Sprengung des Brandenburger Tores.

Als besondere Spezialeffekte wurden Bud Spencer und Franco Nero eingeladen, was im Falle von Neros Kurzauftritt für ein gewisses Amüsement sorgt, im Falle von Bud Spencer aber Erinnerungen an unselige Klamauk-Zeiten wachruft – obwohl der „Vier Fäuste für ein Halleluja“-Bär diesmal noch nicht einmal jemanden verprügeln muss. Da macht „Dschungel“-Günther Kaufmann als Don-Vito-Corleone-Double schon erheblich mehr her.

Der Großeinsatz von mehr oder minder bekannten Schauspielern und die auf einige bemühte Turbulenzen getrimmte Handlung können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Protagonist arg blass bleibt. Rick Kavanian nimmt man den charmanten Ladykiller nicht ab. Er bleibt ein Spaghetti-Auftragsmörder, der nur einmal einen leidlich guten Gag hat, wenn er die Vorteile seines Jobs lobt: „Gute Bezahlung, flexible Arbeitszeiten, und man hat viel mit Menschen zu tun.“

Dass man dennoch zuweilen Freude an „Mord ist mein Geschäft, Liebling“ haben kann, liegt daran, dass einige Darsteller noch mal das spielen, was sie am besten können. Nora Tschirner ist im Kern wieder dieses ungeschickte Mädchen aus „Keinohrhasen“: Diese Mischung aus Schönheit und reizender Pampigkeit hat Tschirner perfektioniert. Christian Tramitz gibt erneut den Ranger aus „Schuh des Manitu“ – diesmal als konkurrierender Auftragskiller, der – statt mit dem Apachenhäuptling – mit seiner Gattin zur Unzeit via Handy Beziehungsgespräche auf Bayerisch führt.

„Mord ist mein Geschäft“ hat im Kleinen gewiss Charme, scheitert aber letztlich an seinen Vorbildern. Das ist schade. Schließlich hatte Regisseur Sebastian Niemann schon einmal, 1995 als Drehbuchautor des unterschätzten „Nur über meine Leiche“, versucht, deutschen Film- und Fernseh-Komödien eine neue, internationalere Ausrichtung zu geben.