Holocaust

Berliner Topographie zeigt Eichmann-Ausstellung

Es war der Prozess des Jahrhunderts: Angeklagt des millionenfachen Mordes stand der ehemalige SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann ab dem 11. April 1961 in Jerusalem vor Gericht. Das Dokumentationszentrum Topographie des Terrors in Berlin zeigt zu diesem Thema eine Ausstellung.

50 Jahre nach Beginn des Prozesses gegen den Holocaust-Täter Adolf Eichmann widmet sich erstmals in Europa eine Ausstellung diesem Thema. Die Schau „Der Prozess – Adolf Eichmann vor Gericht“ im Dokumentationszentrum Topographie des Terrors in Berlin (Niederkirchnerstraße in Kreuzberg) zeichnet den Lebensweg des ehemaligen SS-Mannes nach. Im Mittelpunkt steht der Prozess in Jerusalem, der am 11. April 1961 eröffnet wurde. Die Ausstellung wird am Dienstag (5. April 2011) eröffnet. Für Besucher ist sie von Mittwoch an bis zum 18. September 2011 zu sehen.

Gezeigt werden originale Filmaufnahmen Eichmanns und Überlebender aus dem Prozess. Eichmann hatte die Ermordung eines Großteils der Juden mitzuverantworten. Auf sein Konto ging unter anderem die Deportation ungarischer Juden 1944 nach Auschwitz, die er als Führer eines Sonderkommandos verantwortete. Im Januar 1942 führte er das Protokoll der Wannsee-Konferenz, auf der die Vernichtung aller Juden in Europa beschlossen wurde. Eichmann wurde im Dezember 1961 schuldig gesprochen. Er wurde am 31. Mai 1962 durch den Strang hingerichtet.

Die Verhandlung wurde zu einem großen Medienereignis. Im Licht der Öffentlichkeit stand nicht nur ein Täter des Holocausts. Erstmals erhielten auch die Schilderungen der Opfer weltweit Aufmerksamkeit.

Die Ausstellung, die von der Topographie, der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz initiiert wurde, ist täglich von 10 bis 20 Uh geöffnet. Der Katalog kostet 15 Euro. Darüber hinaus gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm mit Zeitzeugengesprächen, Filmpräsentationen sowie Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen.