Thriller

Studienanfänger am Rande des Nervenzusammenbruchs

Eigentlich ist das Studium der Start in ein neues Leben. Wäre da nicht das "Roommate", welches das Leben zur Hölle macht.

Für Sara Matthews (Minka Kelly) ist es der erste Tag am College in Los Angeles. Sie hat ihre Heimatstadt Des Moines hinter sich gelassen, sucht nach neuen Ufern und findet diese auch gleich am ersten Abend auf einer Party. Als sie betrunken in ihr Zimmer stolpert, begegnet sie zum ersten Mal ihrer Mitbewohnerin Rebecca (Leighton Meester). Sie freundet sich sofort mit der hilfsbereiten und sympathischen Studentin an.

Doch die ruhige Rebecca scheint nicht ganz das zu sein, was sie vorgibt. Schnell wird klar, dass sie ein von Obsessionen getriebenes Wesen ist. Sie vereinnahmt Sara und nimmt andere Menschen um sie herum nicht mal wahr. Langsam wird deutlich, dass die zierliche Frau durchaus rabiatere Seiten hat. Einer Freundin, von der Sara auf einer Party sitzengelassen lässt, lauert sie in der Dusche auf, ringt sie zu Boden und reißt ihr das Bauchnabelpiercing heraus. Bald muss jeder um Leib und Leben fürchten, der Rebeccas Schützling zu nahe tritt.

Der dänische Regisseur Christian Christiansen, der 2007 eine Oscar-Nominierung für seinen Kurzfilm "Om natten" einheimste, versammelt die junge Riege aktueller Film- und Serien-Darsteller. Minka Kelly war zuletzt in "(500) Days of Summer" zu sehen, Leighton Meester ist für ihre Rolle in "Gossip Girl" bekannt. Mit Nina Dobrev und Katerina Graham finden sich gleich zwei Stars aus "The Vampire Diaries" im Cast wieder.

Mit diesem Potenzial startet der Film erfolgversprechend, macht aber schnell deutlich, dass er über Mittelmaß nicht hinauskommt. Wenigstens lässt er sich Zeit – denn allzu oft kranken aktuelle Thriller-Produktionen daran, dass sie anfangs ein Tempo vorlegen, das sie schon sehr bald nicht mehr halten können. Doch anstatt die Charaktere zu entwickeln, verliert er sich in belanglosen Nebenpfaden, die letztlich im Nichts verlaufen.

"The Roommate" ist ein Film eines jungen Nachwuchsregisseurs, der sich mit seinem Schauspielerensemble auf den Weg gemacht hat, eine Geschichte über Obsession, Wahn und Affekt zu erzählen. Doch das Psycho-Drama lässt zu viele Möglichkeiten verstreichen und konzentriert sich auf das Offensichtliche. Damit schafft der Regisseur es nicht, den Zuschauer in den Bann zu ziehen; es bleibt ein Film der vertanen Chancen.