Kulturschatz

Berlin bietet Nofretete-Jäger Kooperation an

Auch dank der Königin Nofretete besuchten im Jahr 2010 rund 1,14 Millionen Menschen das Neue Museum. Entgegen der Forderungen aus Ägypten will Berlin die Büste nicht herausgeben, so der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Dank der Wiedereröffnung des Neuen Museums haben die Staatlichen Museen zu Berlin 2010 deutlich mehr Besucher als im Jahr zuvor angezogen. Insgesamt wurden an den 16 Standorten 4,73 Millionen Besuche und damit rund 700.000 mehr als 2009 gezählt, wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz am Dienstag mitteilte. Als Besuchermagnet Nummer eins löste das im Oktober 2009 eingeweihte Neue Museum das Pergamonmuseum ab: In das restaurierte Haus mit der weltberühmten Büste Nofretete strömten 2010 rund 1,14 Millionen Menschen, ins Pergamonmuseum 1,04 Millionen.

Auch die anderen Ausstellungshäuser auf der Museumsinsel waren begehrt, wenngleich sie deutlich weniger Menschen anlockten. Mit Abstand folgen die Alte Nationalgalerie (364.000 Besuche) und das Alte Museum (362.000 Besuche).

Angesichts des Streits mit Ägypten über Nofretete sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, er biete dem Generalsekretär des Obersten Rates für Altertümer der Republik Ägypten, Zahi Hawass, eine Zusammenarbeit an. Man könne gemeinsam Ausstellungen durchführen und die Zusammenarbeit intensivieren, sagte er. Dies werde er Hawass auch in einem Antwortschreiben mitteilen.

Parzinger bekräftigte, Nofretete befinde sich rechtmäßig in Berlin. Die Mail von Hawass an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz sei keine offizielle Rückgabeanfrage der ägyptischen Regierung an die Bundesrepublik. Auch Kulturstaatsminister Bernd hatte eine Rückgabe bereits mehrfach abgelehnt.