Amanda Blank: I Love You (Downtown)
Manche halten es für schick, sich über eine Kindheit unter Linken, 68-ern und Hippies zu beklagen. Über Indoktrinationen und Verbote, schreckliche Entbehrungen und Traumata. Am Ende stehen meistens Bücher im Regal, die Altkonservativen schmeicheln. Auch Amanda Mallory aus Germantown in Philadelphia schüttet gern ihr Herz über die Blumenkinder aus, die ihre Eltern waren. Dabei wirkt sie allerdings nicht undankbar. Die Mallorys vernachlässigten ihre Kinder keineswegs zu deren Nachteil.
Schallplatten und Instrumente standen überall herum. Amanda nannte sich Amanda Blank und gründete die Rockband Sweetheart. Unzählige Künstler lernte sie auf diese Weise kennen. Vor drei Jahren sang sie „Bump“ von Spank Rock, dann im „Gimme-More“-Remix mit Britney Spears. Jetzt debütiert sie selbst. Sie singt: „I am a make it take it girl“. Das glaubt man ihr sofort, sie rappt und singt und lädt im Takt Gewehre durch. Ein Lied fordert den DJ auf, es lauter abzuspielen. Das zentrale Stück, „A Love Song“, setzt keltische Harfen ein wie Althippies sie mögen und zitiert darüber LL Cool J. Manche können froh sein über ihre Herkunft.
4 von 5 Punkten
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Rhythms Del Mundo: RDM Classics (APE)
Musik aus Kuba hat den Westen in den Wachstumsjahren entzückt. Der Amerikaner Kenny Young wurde mit Hits reich wie „Under The Boardwalk“. Vor drei Jahren hatte Young die glänzende Idee, den Son aus Kuba mit dem Pop des Westens zu vermählen. Anschließend sogar mit deutschem Pop. Jetzt wird es wieder international und klassisch: Amy Winehouse singt Sam Cooke, Cat Power singt die Rolling Stones, die Stones singen ein Stück von Kenny Young. Die Überlebenden des Buena Vista Social Clubs sorgen für Rührung. Der Erlös sorgt dafür, dass die Erde sich erträglicher erwärmt.
2 von 5 Punkten
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Holly Williams: Here With Me (Mercury)
Ihr Großvater, Hank Williams, starb mit 29 unterwegs im Auto. Als der Vater sich davon machte, Hank Williams Jr., ließ er ihr eine Gitarre da. Das nennt man wohl ein schweres Erbe, mit dem Holly Williams noch mit 28 ringt, als Country-Enkelin in Nashville. Sie hat ein Musikstudium und einen Autounfall überlebt und ahnt auf ihrem Zweitalbum die Tragik ihres Fachs. Untröstlich hadert sie mit dem Erlöser und dem abwesenden Vater. Die Gitarren weinen, und ihr Großvater könnte allmählich stolz sein.
3 von 5 Punkten
Lesen Sie hier die Besprechung des "Rolling Stone" von Holly Williams Album "The Ones We Never Knew" (2005).
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The Woodstock Experience (Legacy)
Vom Auftritt Janis Joplins war bisher kaum mehr als ihr gelalltes „Massen und Massen und Massen“ überliefert. Heute erst ist ihr Konzert zu hören, und man weiß warum. Auch Johnny Winter, der weißeste Bluessänger aller Zeiten, hatte nicht den besten Abend wie sich jetzt auch überprüfen lässt. Jefferson Airplane muteten den matt begrüßten „Frühaufstehern“ einiges zu. Sly Stone hingegen ließ sich weder von erschlafften Hippies noch vom Regen an der Gala seines Lebens hindern. Und Santana debütierte, predigte „No Rain!“, und die Gemeinde schlug die Holzabfälle von der Bühne aneinander. Die fünf Vorstellungen sind nun vollständig zu hören. Samt der jeweiligen Studioplatten, für die Woodstock 1969 auch erfolgreich warb.
2 von 5 Punkten
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5 Punkte: Meilenstein
4 Punkte: Sehr empfehlenswert
3 Punkte: Solide
2 Punkte: Eher schwach
1 Punkt: Ziemlich missraten
0 Punkte: Totales Desaster





