Literaturnobelpreisträger Günter Grass hätte nach Ansicht von Kabarettist Dieter Hildebrandt den Dienst in der Waffen-SS umgehen können. „Wenn er aufgepasst hätte und sich umgehört hätte, hätte er nicht müssen. Nein“, sagte Hildebrand bei der Aufzeichnung der ZDF-Sendung „Johannes B. Kerner“, wie die Produktionsfirma mitteilte.

Hildebrandt hatte als Schüler während der NS-Zeit selbst Rekrutierungsversuche erlebt, wie er sagte. „Und da haben wir uns gedacht: Wenn wohin eingezogen - nie zur SS“, sagte er. Um der Waffen-SS zu entgehen, habe er sich freiwillig als Flakhelfer zur Wehrmacht gemeldet.

„In unsere Klasse kam ein SS-Untersturmführer, der war schneidig, so schmal - wahrscheinlich hat der auch einen Waschbrettbauch gehabt wie man heute sagt - und keiner hat unterschrieben. Wir haben 32 Schüler gehabt, und zwei Unterschriften hat er bekommen für die Waffen-SS. Und genau das meinte ich, müsste Günter Grass eigentlich auch erlebt haben.“

Grass hatte in seinem Buch „Beim Häuten der Zwiebel“ eingeräumt, er sei als 17-Jähriger aus dem Reichsarbeitsdienst nach Dresden zur Waffen-SS einberufen worden und habe der zehnten SS-Panzerdivision „Frundsberg“ angehört.