Tod von Peter Steele

Type O Negative – Drogen, Vampire und Jesus-Sex

Er war ein Held der Gothic-Szene, eine Schwulen-Ikone wider Willen und litt unter Depressionen: Als Sänger der Metal-Band Type O Negative wurde Peter Steele auch von einem breiten Publikum verehrt. Jetzt ist er im Alter von nur 48 Jahren gestorben, obwohl es ihm ironischerweise zuletzt besser ging.

Üblicherweise begreift sich die Metal-Szene als abgeschlossener Zirkel. Nur selten gelingt es ihnen, die Grenzen des Undergrounds zu überwinden und als Teil der Populärkultur wahrgenommen zu werden. Metallicas James Hetfield, Motörheads Lemmy Kilmister oder Henry Rollins haben es als einige der wenigen geschafft, ein breites Publikum zu finden, in Talkshows aufzutreten oder auf Frontseiten von Magazinen zu erscheinen, die nicht nur von Metal-Fans gelesen werden. Zu dieser exklusiven Riege zählte auch Peter Steele, der am Mittwoch im Alter von 48 Jahren nach einem Herzinfarkt gestorben ist.

Der Zwei-Meter-Hüne mit isländisch-russischen Wurzeln und der tiefen Stimme entwickelte mit seiner Gothic-Metal-Band Type O Negative morbid-verschrobene Sounds, die auch kommerziell Erfolge verbuchen konnten. Das 1993 veröffentlichte Album „Bloody Kisses“ spielte mit Vampir-Kitsch und Todesromantik

Schon das Cover, das ein lesbisches Paar zeigt, sorgte im prüden Amerika für Wirbel. Im Musikvideo zu „Christian Woman“ kommt es zum Sex zwischen einer Jungfrau und Jesus Christus. Auf dem Album „World Coming Down“ kokettierte Steele dagegen mit seinen Depressionen und seiner Drogenabhängigkeit.

Außerhalb der Szene wurde Steele bekannt durch Fotoaufnahmen für das US-Magazin Playgirl – ein Promo-Gag, den Steele später bereute, als er herausfand, dass das Erotikmagazin vor allem von schwulen Männern gelesen wird.

Mit dem Song „I like goils“ stellte er klar, dass er heterosexuell ist. Selbst in die berüchtigte Show von Talk-Legende Jerry Springer traute sich der Sänger und stellte sich dort einer kreischenden Groupie-Meute.

Die Nachricht von Steeles Tod stieß am Mittwoch unter Fans zunächst auf Zweifel. Denn bereits vor fünf Jahren war auf der Homepage der Band ( ) ein virtueller Grabstein mit der Aufschrift „Peter Steele, 1962 – 2005“ zu sehen. Die Aktion entpuppte sich später als makabrer Scherz.

„Ironischerweise ging es Peter in letzter Zeit gesundheitlich besser. Er plante, neues Material für ein Album zu schreiben und aufzunehmen“, heißt es auf der Internetseite der Band. Erst eine Autopsie könne Auskunft über die genaue Todesursache geben. Band-Kollege Josh Silver verabschiedete sich von dem Sänger mit den Worten: „Peter, meine endlose Quelle der Frustration, diesmal hast Du es tatsächlich getan.“

Weitere Hintergründe zu Type O Negative lesen Sie in der Online-Ausgabe des Fachmagazins "Metal Hammer" .