Rolando Villazon muss in Kürze am Kehlkopf operiert werden. Deshalb sagt der mexikanische Startenor, bei dem eine Stimmbandzyste diagnostiziert wurde, kurzfristig alle Auftritte bis zum Jahresende ab. Auch am Donnerstag (30. April) das Konzert in der Philharmonie ist davon betroffen. Die veranstaltende Deutsche Entertainment AG teilt mit, dass gekaufte Karten entweder zurückgegeben werden können oder ihre Gültigkeit fürs kommende Jahr behalten. Einen genauen Termin, zu dem Villazon wieder in Berlin auftreten wird, kann allerdings noch keiner nennen.

Feste Zusagen scheinen bei Villazon mittlerweile schwierig geworden zu sein. Der überaus beliebte und populäre Tenor entwickelt sich allmählich zur tragischen Sängerfigur. Erste Absagen des leidenschaftlichen Mexikaners an der Seite der russischen Sopranistin Anna Netrebko gab es bereits vor drei Jahren. An der Lindenoper konnte er im Jahr darauf an Netrebkos Seite die „Manon“-Serie nicht zu Ende singen. Im August 2007 gab er schließlich bekannt, dass er sich einige Monate zurückziehen wolle, um wieder zu seiner gewohnten Vitalität zurück zu finden. In Paris soll er sich erfolgreich einer Operation unterzogen haben, aber die Ruhefrist nicht eingehalten haben. Seither läuft es mal so, mal so. Im Februar gab es Wirbel, als er an der New Yorker Met wieder Vorstellungen als Edgardo in der Serie von „Lucia di Lammermoor“ absagen musste.

Eigentlich wollte er jetzt mit Barockmusik unterwegs sein. Neben Berlin und Hamburg wird auch Amsterdam und Salzburg auf seine Händel-Interpretation verzichten müssen. Darüber hinaus sind seine Werther-Auftritte in Baden-Baden und München abgesagt. „Ich möchte mich bei meinem wunderbaren Publikum für die Umstände entschuldigen, die ich ihnen durch die Absagen und Verlegungen bereiten werde“, lässt der Sänger mitteilen.

Villazon wird in Berlin vom Charlottenburger Stimmarzt Gerrit Wohlt behandelt. Der an der Fasanenstraße praktizierende Wohlt ist spezialisiert auf Sänger und Schauspieler. „Nach abgeschlossener Operation und sich anschließender Rehabilitationsphase“, so Wohlt, „ist mit einer vollständigen Genesung und Rückkehr des Tenors zum Ende des Jahres zu rechnen.“

An der Lindenoper soll Villazon das nächste Mal am 26. März 2010 in der „Eugen Onegin“-Inszenierung zu erleben sein.