Und das bekommen nun die Angestellten seiner Firma Science Ltd., die in mehreren Studios "Original Hirst" en gros produziert, zu spüren. Die Verträge von 17 der 22 Handwerker, die die "Medizinschränke" bauten, eine der bislang gängigen Hirst-Spezialitäten, werden nicht verlängert. Und auch andere der rund 200 Angestellten bei Science Ltd. müssen mit Entlassung rechnen, ließ der Leiter der Werkstatt wissen.
Hirst hatte erst ein paar Tage zuvor die hohen Preise auf dem Kunstmarkt als unrealistisch bezeichnet und angesichts der Finanzkrise einen Preisverfall vorausgesagt. An dem Tag, an dem die Bank Lehman Brothers fallierte, konnte er bei Sotheby's mit einem Umsatz von 111 Millionen Pfund für 223 Objekte noch einen Auktionsrekord verbuchen. Dass seine Werkleute dafür einen Bonus erhielten, wurde allerdings nicht vermeldet.
Danach aber brach auch für ihn die Konjunktur ein. Bei den Auktionen von zeitgenössischer Kunst am 11. und 12. November in New York konnten lediglich zwei Werke unter der unteren Schätzung für 400 000 und eine Million Dollar verkauft werden, während sechs Tafeln mit Taxen zwischen 350 000 und 1,5 Millionen Dollar zurückgingen. Da ist es marktgerecht gedacht, wenn Hirst daraufhin Preissenkungen ankündigte, denn: "Kunst ist nur so viel wert, wie jemand dafür zahlen will."
mar

