Die Freigabe des Films "Keinohrhasen“ durch die FSK soll nun erneut überprüft werden. WELT ONLINE hatte berichtet, dass verärgerte Eltern gegen erotische Szenen und vulgäre Dialoge protestiert hatten. Jetzt soll auf eine Initiative von Schleswig-Holstein der Appellationsausschuss durch die obersten Jugend-Behörden der Bundesländer einberufen werden. Unter Vorsitz eines Juristen werden sieben Prüfer entscheiden, ob man den Film erst ab zwölf Jahren sehen darf. Das bestätigte die Verwaltungsleiterin der FSK, Inge Kempenich, gegenüber Morgenpost Online.
Die auf den ersten Blick harmlose Schweiger-Komödie schießt nach Meinung zahlreicher Eltern und Experten weit über das hinaus, was Sechsjährige zu sehen und zu hören bekommen sollten. Zum Beispiel gibt es eine detaillierte Diskussion über die Arten des Oralsex, jede Menge vulgärer Schimpfwörter und erotische Anspielungen. Eltern waren bestützt und beschwerten sich bei der „Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft“. Seit dem der Film in den deutschen Kinos läuft, gingen über 150 Beschwerden bei der FSK und den Jugendbehörden ein.
Nach Auffassung der obersten Landesjugendbehörde bleiben im Gedächtnis der jüngeren Kinder einzelne Szenen haften. Zusätzlich könnten sie den Gesamtzusammenhang nicht erfassen und begreifen. „Die Sexszenen und die den Film in seiner Gesamtheit durchziehenden sexualisierten Ausdrücke überfordern sie“, sagte ein Ministeriumssprecher. Für Kinder ab zwölf Jahren sei aufgrund der Entwicklung eines eigenen Sexualbewusstseins der Film als Komödie verstehbar und verkraftbar.
Die FSK tat sich von Anfang an schwer in der Beurteilung des Films, den bisher über drei Millionen Kinobesucher gesehen haben. Sie entschied sich erst dafür, „dass die derben Aussprüche keine nachhaltig belastenden Wirkungen nach sich ziehen“. Jetzt könnte eine Heraufsetzung der Freigabe eingeleitet werden.
Auch Til Schweiger würde eine Altersfreigabe ab zwölf Jahren begrüßen. In einem Interview mit der "Bild am Sonntag“ sagte er kürzlich: „Ich habe gedacht, der Film bekommt eine Freigabe ab 12 Jahren. Ich kann verstehen, wenn Eltern den Film nicht mit jüngeren Kindern gucken.“



