Bei der ersten Sendung der neuen ProSieben-Abenteuershow "Survivor" gab es Fragen über Fragen, die wir uns gestern Abend Fingernägel kauend auf dem Sofa gestellt haben. Doch zunächst die Spielregeln: Zwei Teams mit jeweils neun Männern und Frauen lassen sich auf einer einsamen Insel in der Südsee absetzen. Ohne Wasser, ohne Feuer, ohne Futter. Um überleben zu können, müssen sie zusammenhalten, doch nach jeder Folge muss eine Gruppe einen Kandidaten rauswerfen. So müssen innerhalb von 50 Tagen 17 Kandidaten gehen. Am Schluss kann es nur einen geben. Um das Ganze aufzupeppen, müssen die Teams auch Aufgaben bewältigen, bei denen sie zum Beispiel Feuer gewinnen können. Klingt alles nach Big Brother unter Palmen und damit nach gähnender Langweile? Gar nicht. Spannend war es bei der ersten Folge von Survivor allemal.

Das lag wohl zum einen daran, dass es die ProSieben-Filmmacher einfach verstehen, die entscheidenden Szenen zusammenzuschneiden, so dass man sich dem Geschehen kaum entziehen kann. Außerdem sind die 18 Jungs und Mädels nicht gerade die Unattraktivsten im Land. Der Sender hat beim Casting schon eher die Sahneschnitten ausgewählt: Für jeden Geschmack ist etwas dabei und das Ganze wird auch noch formschön braungebrannt und in knappen Bikinis oder Badeshorts verpackt serviert. Herrlich! Dazu kommt, dass das Survivor-Format ja an sich schon ein Selbstläufer ist.

Erfolgsrezept in aller Welt

Überall auf der Welt wird das Erfolgskonzept, das Bob Geldorf und Charlie Parsons vor zehn Jahren erfanden, erfolgreich aufgelegt. Egal ob Frankreich, Südafrika, Spanien oder Schweden. Survivor schlägt bei den Zuschauern ein wie eine Bombe. Am heftigsten in den USA: Dort laufen seit 2000 gleich zwei Staffeln pro Jahr, nachdem das erste Finale 52 Millionen Zuschauer vor den Bildschirm lockte. Man darf gespannt sein, wie Deutschland darauf reagieren wird.

Seit gestern steht jedenfalls fest, dass es in den nächsten Wochen amüsant werden könnte. Es bahnt sich eine zweite Big-Brother-Welle an. Denn wie bei der legendären ersten Staffel des RTLII-Vorgängers, haben auch die Robinson Crusoes Potential für schöne, menschliche Geschichten. Gleich zu Beginn zeigte sich, wer das Zeug zum Survivor hat und wer eher wehleidig ist. Natürlich gibt es auch den üblichen Spalter, der bei jedem nur ablästert, den Miesepeter, den Besserwisser, den Anführer, die Zicke, den Faulpelz und so weiter.

Und eine fliegt

Richtig interessant wurde es gestern bei der ersten „Challenge“, also Aufgabe. Dabei mussten sich alle Mitglieder beider Teams an je eine Stange hängen und mit ihrem Köpergewicht einen Sandsack in die Luft stemmen. Dabei konnte sich das Team Tasik durchsetzen (leider) – denn unsere ganze Sympathie galt bis dahin Team Gunung, weil sie als Gruppe so gut zusammen gearbeitet haben. Pech für Gunung: Nicht nur, dass das andere Team Feuer bekam, sondern Gunung musste nun auch noch einen Kandidaten auswählen, der die Insel verlassen sollte. Und das war überraschenderweise Radiomoderatorin Hadnet – und nicht wie vermutet die kränkelnde Jasmin. Die will jetzt dafür aber angeblich Gas geben. Na dann.

Abzuwarten bleibt auch, ob Surivor wieder bei Menschenrechts- und Tierschutzorganisatoren für Aufruhr sorgt, wie es bei den Vorgängern auf RTL II und Sat.1 der Fall war. Immerhin mussten während der Dreharbeiten von ProSieben angeblich zwei Akteure wegen gesundheitlicher Probleme vorzeitig die Abreise antreten. Egal wie. Es bleibt also auf jeden Fall spannend.