Unter der Überschrift „Peymann räumt (wieder) auf" schlüpfte der Intendant des Berliner Ensembles Claus Peymann am Sonnabend in einen Frack und die Rolle des Auktionators. Aus dem Fundus des Berliner Ensembles versteigerte er Kostüme und Theaterutensilien. Dies seine eine seiner Lieblingsrollen, hieß es in einer Veröffentlichung des Theaters.

Am Ende kamen 7470 Euro zusammen, wie eine Theater-Sprecherin berichtete. Für 510 Euro ging eine lebensgroße Brecht-Figur aus Pappmaschee an einen Bieter. Die Einnahmen der Auktion dienen dem Theater zur Finanzierung eines Auszubildenden.

Versteigert wurden unter anderem auch Kostüme von Helene Weigel, Gisela May und Ekkehard Schall sowie Masken, Perücken – alles frisch gewaschen und gereinigt. Außerdem gab es eine große Zahl außergewöhnlicher Requisiten.

„Geheimpapiere aus dem berühmt-berüchtigten BE-Archiv, Ton- und Bildmitschnitte von Aufführungen und Probenkränchen, historische BE-Plakate, Großfotos legendärer Inszenierungen, Peters Handkes wunderliches Zauberbuch und die Orchester-Muschel von Karl-Ernst Herrmann“ wurden laut einer Sprecherin des Theaters angeboten. Das Zauberbuch aus Handkes „Spuren der Verirrten“ könne sogar qualmen, brennen und Wasser spritzen. Zu den außergewöhnlichtsen Stücken gehörte die "Mater Dolorosa“ aus George Taboris „Die Goldberg-Variationen".

Vor drei Jahren konnte das Theater bei einer derartigen Auktion 11.140 Euro einnehmen. Von dem Geld wurde eine Ausbildungsstelle für einen Beleuchter finanziert. Ähnliches ist auch in diesem Jahr geplant, wenn am Ende das Geld reicht.

dpa/ddp/sh