Scott Gutterman, Vizedirektor der Neuen Galerie, in deren Zuständigkeitsbereich Kirchner heute gehört, sagte gegenüber der Berliner Morgenpost: "Herr Lauder verhandelt nicht mit Frau Moeller über die Leihgabe nach Berlin. Alles andere ist Spekulation". Auf einer Bilanzpressekonferenz in der vergangenen Woche hatte die Direktorin Magdalena M. Moeller noch erklärt, es gäbe Gespräche mit New York, was sie einige Tage später dementierte.
Da war wohl der Vater Wunsch des Gedankens - insgesamt ein unkluges Vorgehen in dieser heiklen Angelegenheit eines langwierigen Restitutionsstreites. Dem abgelegene kleine Museum schwinden die Besucher, was an einem mangelnden Marketingkonzept sowie einem angeschlagenen Image der Direktoren liegen mag. Die temporäre Rückkehr des international bekannten Kirchner-Gemäldes würde zumindest einen Besucherrekord bedeuten. Ganz hoffnungslos musste Moeller tatsächlich nicht sein. Lauder hatte noch vor einigen Monaten bekannt gegeben, dass er durchaus bereit sei, das Bild für eine Schau nach Berlin auszuleihen. Nun scheint er seine Meinung geändert zu haben. Einer Beschlagnahmung des Gemäldes will er aus dem Weg gehen.
GW./hs



