Schneller, bunter, lauter – so kommen die Computerspiele für Konsolen daher. Meistens. Auf minimalistische schwarz-weiß Ästhetik, beruhigende klassische Musik und eine völlig neue Spielidee setzt das Spiel "Echochrome" für die Playstation von Sony. In seiner Schlichtheit erinnert es an Spieleklassiker wie Tetris oder den Zauberwürfel.
Dabei ist das Spielkonzept einfach: Eine Puppe muss durch ein schlicht gezeichnetes 3-D-Labyrinth navigiert werden, indem das Labyrinth im Raum gedreht wird. Die Puppe läuft dabei immer auf und ab. Was aus einem Blickwinkel wie eine heimtückische Lücke aussieht, kann sich aus einer anderen Perspektive in einen Übergang verändern, über den die Puppe hinweglaufen kann. Abgründe können sich in sanfte Gefälle verwandeln, nur durch eine einfache Änderung der Perspektive.
Die Idee zu dem Spiel hatte der Japaner Jun Fujiki, der sie auf "Japan Media Arts Festival" im März 2007 vorstellte. Fujiki und Spiele-Produzent Suzuki haben das komplette Spiel in einem Sechs-Mann-Team in nur zehn Monaten zur Marktreife gebracht. Bei der Erstellung der Level hatten sie noch Unterstützung durch weitere Spiele-Designer. Die Öffentlichkeit bekam das Spiel als Vorab-Version erstmals im Juli 2007 auf der Spielemesse E3 in Santa Monica zu sehen.
Inspiriert ist das Spielkonzept durch die unmöglichen Kunstwerke des Maurits Cornelis Escher (1898-1972). Diese beruhen auf optischen Täuschungen. Mit Eschers Bilder als Vorlage hat Spiele-Schöpfer Fujiki ein Regelwerk entwickelt, mit dem rätselhafte Game-Level erzeugt werden können. Der Spieler muss sich auf eine ganz eigene grafische Welt einlassen und dabei Bekanntes hinter sich lassen. Spiele-Produzent Tatsuya Suzuki erklärte Morgenpost Online: "Wir möchten, dass die Leute spüren, dass die grundlegenden Vorstellungen, die sie als gegeben angesehen haben, nur in ihrem Kopf existieren."
Während der Spieler noch mit der kniffeligen Lösung beschäftigt ist, läuft im Hintergrund zarte Streichermusik. Die Musik trägt dazu bei, den Spieler in den Bann der Rätsel zu ziehen, bis hin zu dem perfekten Spielmoment, an dem die Musik vor lauter Konzentration nicht mehr wahrgenommen wird. Die Musik stammt von Johann Sebastian Bach. Maurits Cornelis Escher, das künstlerische Vorbild für das Spieldesign, soll Bachs Musik geliebt haben.
Menschen, die knifflige Rätsel lieben, werden Spaß an dem Spiel haben. Ob die ruhige Musik und der völlige Verzicht auf rasante Spielhandlungen den hektischen, aufgeregten Durchschnittsspieler auf Dauer zu fesseln vermögen, darf bezweifelt werden. Echochrome soll in Deutschland von Juli an für Playstation 3 zum Download verfügbar sein (Preis: rund zehn Euro). Die Fassung für die Playstation Portable (PSP) soll später folgen (Preis: rund 35 Euro).












