Seien Sie unbesorgt, ich werde heute nicht über Fußball schreiben. Natürlich schreit alles in mir, es doch zu tun. Es gibt doch noch so viel zu sagen. Aber nein, es ist ja schon mindestens alles gesagt und geschrieben und verbreitet worden. Außerdem würden Sie mir wohl eh keinen qualifizierten Kommentar abkaufen, wenn Sie wüssten, dass ich Fan von Werder Bremen bin. (Klose, Özil, Mertesacker, diese Ex-Bremer, was mir dazu alles einfiele!)
Okay, ich reiße mich zusammen, es gibt ja noch so viele andere Themen, denen ich mich widmen wollte. Zum Beispiel Junggesellenabschiede. Die begegnen einem derzeit ja mindestens so oft wie schwarz-rot-goldene Hula-Ketten (oh, Verzeihung). Von mir aus sollen sie die Oranienburger Straße mit Schnäpsen und Kondomen aus dem Bauchladen versorgen oder mit der Ringbahn fahren und an jeder Haltestelle aussteigen, um jeweils in der ersten Kneipe, die sie finden, ein Bier zu trinken. (Musste ein Freund von mir mal machen, ich glaube, einer aus der Gruppe irrt immer noch durch den Westhafen.)
Solange sie sich zum Urinieren zumindest zur Häuserwand drehen. Was ich jedoch nicht verstehe sind diese „Mädels-Runden“, die zwar total lustige pinke T-Shirts mit ihren Namen drauf über der Allzweckjacke tragen, bei denen die gute Stimmung aber darin gipfelt, der zukünftigen Braut Bunny-Ohren aufzusetzen, in der Regionalbahn nach Berlin rosafarbenen Prosecco aus Plastikbechern zu trinken und bei „It’s Raining Men“ vergnügt mitzuquietschen. Meine Damen, man sieht Euch an, dass Ihr innerlich hofft, der Abend möge schnell vorbei gehen. Wovon wollt Ihr Abschied nehmen? Trinkt Euren Prosecco lieber zu Hause bei ’ner schönen DVD und freut Euch, dass nach der Hochzeit alles bleibt wie bisher.
Am Wochenende habe ich aber mein Lieblings-Junggesellenabschieds-Kostüm gesehen: die wandelnde Torwand. Unter den Armen des Zukünftigen hing Stoff mit zwei runden Löchern drin, die Passanten treffen sollten. Die meisten musste der arme Mann natürlich mit seiner Körpermitte halten. Was natürlich nichts ist im Vergleich zu dem, was Schweinsteiger einstecken musste. Blut, Schweiß und Tränen, unglaublich, und heute die Party, die für 100 Jahre Junggesellenabschiede reichen wird! Was ist schon eine Torwand gegen das Brandenburger Tor?
Okay, es tut mir leid, ich schaff’s nicht: FUSSBALL, FUSSBALL, FUSSBALL

