Eigentlich Feinde, was sonst? David Axelrod und Mike Pence. Axelrod war einer der wichtigsten Berater des Kandidaten und Präsidenten Obama. In einem fantastischen Buch beschreibt David Axelrod, wie Obamas Strebertum zwischendurch auch ganz schön nerven konnte.
Pence hat als Vizepräsident seinen Anstand dem unanständigen Donald Trump zur Verfügung gestellt. Der Hassprediger und Lügner Trump brauchte einen Mann, der Bibeltreue und Wahrhaftigkeit ausstrahlen kann. Im eigentlich krass unversöhnten Amerika hat Axelrod in der vergangenen Woche Mike Pence in seine Gesprächssendung „Axe Files“ eingeladen. Eine Modenschau, in gewisser Weise. Beide Herren trugen Respekt und sahen gut darin aus.
Es war spannend, es war aufschlussreich, es war sogar richtig lustig, wenn sich der Ur-Demokrat und der Mega-Republikaner angrantelten. Das Beste, was ein Interview sein kann. Geist trifft auf Geist, Mensch auf Mensch. Wie es der Interview-Großmeister Sven Michaelsen und die „Tagesthemen“-Moderatorin Caren Miosga immer wieder vorführen.
Auf diesem Niveau kam Kurt Krömer nicht mehr mit
Das seit langer Zeit schlechteste Beispiel kam leider aus Berlin. Kurt Krömer behauptete, er würde sich im RBB mit seinem Komikerkollegen Faisal Kawusi unterhalten. Stattdessen schulmeisterte Krömer Kawusi. Wies ihn an, welche Witze er zu machen habe. Kawusi ist in der Vergangenheit mit geschmacklosen Tweets aufgefallen. Er räumte aber ein, er habe sich sehr geirrt und stellte Krömer die Frage, ob es nicht menschlich sei, auch mal völlig danebenzuliegen. Auf diesem Niveau kam Kurt Krömer nicht mehr mit. Hielt stattdessen seine alberne Pose als unterbelichteter und unerreichbarer Verhörer aufrecht.
Die Verhörsendung „Chez Krömer“ wird abgeschafft. Ein Glück. Auch für Kurt Krömer. Denn hochbegabt, wie er nun mal ist, wird ihm sicherlich einfallen, wie er nachreifen muss. Damit ihm irgendwann ein Gespräch auf der Flughöhe von Axelrod/Pence zuzutrauen ist.


