Nach den Zeiten der Völlerei stehen bei vielen Menschen die Tage der künstlichen Knappheit an. Sowohl modisch als auch in anderen Lebensbereichen. Nach Vorbild von Schauspielerinnen wie Gwyneth Paltrow oder Heidi Klum wird sich von Säften oder einfach nur von Zitronensaft ernährt. Einige Menschen geraten mit dem frühen Ostertermin und der damit bald drohenden Fastenzeit fast schon in Abstinenzstress.

Für mich ist das nichts. Ich empfinde es als unhöflich, meine Mitmenschen mit meinen Essgewohnheiten zu plagen. Erster Stiltipp für das neue Jahr also: Keine Auskünfte über Nahrungsumstellungen geben, haben Sie Erbarmen.

Erlaubt ist es allerdings, über einen anderen Trend zu sprechen, der nur auf das erste Hören hin mit Nahrung zu tun hat. Nachdem uns der Hipster fast verlassen hat, kommt nun der „Health Goth“.

Früher waren „Gothics“ (Grufties) Menschen in schwarzer Kleidung mit sehr, sehr weißer Haut und sehr, sehr dunklen, wirren Haaren. Ein bisschen so wie Robert Pattinson in diesem Vampirfilm. Sie sahen immer ein wenig ungesund aus, waren häufig deprimiert und die ganz Harten trugen Kindersärge als Rucksäcke. Man hielt sich auch gerne in Gruppen auf Friedhöfen auf.

Geblieben vom Gruftie ist die Farbe Schwarz

Den heutigen Health Goth, halten Sie sich fest, findet man im Fitnessstudio. Die Gesundheitsapostel der Finsternis prägen einen körperbetonten Look mit einer Prise Futurismus. Netzstoffe, Turnschuhe oder Neopren sind beliebte Basismaterialien. Geblieben vom Gruftie ist die Farbe Schwarz. Es geht um neue, moderne Textilien, die einen bei der Selbstoptimierung des Körpers unterstützen sollen. Technik trifft auf Textil trifft auf Körper. Der Stoff als Prothese für ein besseres „Ich“.

In der breiten Masse angekommen war der Trend, als Alexander Wang seine Entwürfe einer schwedischen Bekleidungskette zur Verfügung stellte. Bereits vorher hatten der amerikanische Musiker Mike Grabarek und der US-Designer Jeremy Scott eine Facebook-Seite mit entsprechenden Bildern eingerichtet, um dieser neuen Stilrichtung zu frönen. Wenn Sie also entsprechend Ihrer guten Vorsätze demnächst ins Fitnessstudio gehen und alle sehen so aus, als wenn sie von einer Beerdigung aus der Zukunft kämen: Keine Sorge, die beißen nicht.