New York, New York – die Stadt war in dieser Woche der Hotspot der Mode und gleichzeitig der Start für den halbjährlichen Treck der Modemenschen durch die Metropolen der Welt. Auf New York folgt London, dann geht es weiter nach Mailand, und der Höhepunkt ist nach wie vor Paris. Dort werden überall, es ist immer ein bisschen verwirrend, die Sommerkollektionen für 2015 vorgestellt.
Dabei hat jede Fashion Week ihren eigenen Charakter. In New York geht es immer etwas lockerer zu, die Mode ist generell sportlicher oder sehr sexy. Ebenfalls eine Besonderheit in den USA ist die lässige Art und Weise, wie Stars (und ich meine echte Stars, nicht Sternchen) in die Modewelt eingebunden werden.
Dieses Mal war das bei der Show des noch relativ jungen, aber sehr erfolgreichen Labels „Opening Ceremony“ zu sehen. Carol Lim und Humberto Leon sind die kreativen Köpfe hinter der Marke. Die beiden gehen immer wieder neue Wege und hatten sich für ihre Show als Regisseur niemand Geringeren als Spike Jonze ins Team geholt. Jonze führte keine einfache Modenschau durch. Nein, er brachte ein mit hochkarätigen Akteuren besetztes 45-minütiges Schauspiel auf die Modebühne. Man spielte die Tage vor der großen Schau. Der Name des Stückes „100 % Lost Cotton“. Jonah Hill war als Co-Autor dabei.
„Ihre Beine lassen den Entwurf schlecht aussehen“
Die hochbegabte Elle Fanning war neben Dree Hemingway der Star des Einakters. Sogar Karlie Kloss (die eigentlich Model ist) durfte ein paar Sätze sagen. Dabei trugen sämtliche Personen natürlich die Kleidung des Labels. Man ging nicht zimperlich mit den Auftraggebern um. Die Dialoge zeigten deutlich, was man in diesem Geschäft zu erwarten hat.
Ein typischer Dialog während des Model-Castings zur Show zwischen Designer und Direktor beim Betrachten eines Models: „Ihre Beine lassen den Entwurf schlecht aussehen.“ – „Ja, was sind das denn auch für Beine.“ – „Mädchen, sind das deine echten Beine?“
Einigen Zuschauern soll bei der Show teilweise das Lachen im Hals stecken geblieben sein. Zu gut wurde ihr Getue auf der Bühne entlarvt. Aber, wie gesagt, die Amerikaner nehmen es am Ende locker. Nur so ist zu erklären, dass ausgerechnet Britney Spears eine Unterwäschekollektion vorstellen durfte.


