Geht wirklich gut los, dieses Jahr. Ich habe bereits meinen ersten guten Vorsatz erfüllt. Ich wollte endlich mal eine Diät beenden. Und das habe ich geschafft. Vor drei Tagen schon. Diät ist seit jeher Männersache, sagt die Medizinhistorikerin Louise Foxcroft und berichtet vom Tyrannen Dionysios, der seinen aufgedunsenen Leib schamvoll in einer Art Holzverschlag versteckte, aus dem nur Beine und Kopf herausquollen.

Seither hat die Menschheit allerlei Wege zum lauchgleichen Körper ersonnen, von der sich bislang nur eine bewährt hat: weniger einfüllen als verbrauchen. Zuletzt war „Intervallfasten“ in Mode, 2018 häufiger gegoogelt als „Brexit“ oder „Menschenrechte“, womit die Prioritäten der Menschheit auch klar wären.

Intervallfasten heißt Steinzeit nachspielen, als nicht täglich acht Mahlzeiten aus der Mikrowelle sprangen, sondern nur gegessen wurde, was auf dem Tisch war – meistens nicht viel, weil das Mammut mal wieder abgehauen war und der Himbeerstrauch leergepflückt. Der Körper saugte nun die praktischerweise an den Hüften angebrachten Vorratstanks leer. Hungern kommt von Mangel, Fasten von Disziplin. Schlechte Nachricht. Um mich nicht zu überfordern, habe ich erst einmal Mikrointervalle versucht. 30 Minuten sind schließlich auch eine Pause, leider eine ohne Resultat.

Vielleicht doch lieber die Jesus-Diät (Brot, Wein, Fisch) weiterentwickeln. Das Brot lasse ich weg, wegen der Kohlehydrate, Fisch ist ohnehin problematisch, weil Delfine mit im Schleppnetz zappeln.

Bei einem Glas Roten genieße ich aktuelle Studien, die beweisen, dass modische Magerkeit ungesund sei, ein süßer Ranzen hingegen die Lebenszeit verlängere. Dummerweise wurde der Moppeltrend soeben von noch aktuelleren Studien dementiert. Nun herrscht wieder das Spargel-Diktat.

Noch ein Vorsatz für dieses Jahr: Nicht den Trends hinterhermagern, sondern entspannt warten, bis der Trend dem Körper gefolgt ist. Gelassenheit vernichtet vielleicht kein Körpergewicht, aber zuverlässig schlechte Laune.

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