Auch so geschmeidig verlaufende Koalitionsverhandlungen wie die zwischen CDU und SPD in Berlin kosten Kraft. Stefan Evers jedenfalls waren die Nachtsitzungen anzusehen, als der CDU-Generalsekretär diese Woche gemeinsam mit seinem Parteichef Kai Wegner und den SPD-Landesvorsitzenden Franziska Giffey und Raed Saleh im von Stimmengewirr erfüllten Foyer des Abgeordnetenhauses eher wolkige Zwischenergebnisse präsentierte.

Evers gehört nicht nur der Dach-Arbeitsgruppe der Parteispitzen an. Er sitzt auch mit den Sherpas zusammen, wenn die Bosse ihr Tagwerk beendet haben. Gemeinsam mit seinem Parteikollegen Heiko Melzer und den Sozialdemokraten Torsten Schneider und Sven Heinemann ist er dabei, wenn anschließend die nötigen Details besprochen, Texte formuliert und informell vorab um die Millionen für die jeweiligen Lieblingsprojekte gezockt wird. Mit ihrem zeitlichen Einsatz können es Evers und ein paar andere sicherlich mit den Ampel-Koalitionären im Bund aufnehmen, die jüngst mit einer Unterbrechungsreise nach Holland 30 Stunden am Stück getagt hatten.