Er hat seine Entscheidung getroffen – und fast hat es den Eindruck, als ob Klaus Wowereit ein bisschen befreiter ist. Am 11. Dezember will Wowereit als Regierender Bürgermeister zurücktreten, was bis dahin folgt, sind die Wowereit-Festwochen. Die begannen vor gut einer Woche beim SPD-Sommerfest, wo er sich mit seinen drei Kronprinzen Jan Stöß, Raed Saleh und Michael Müller zeigte und eine launige Rede hielt. Als während der Ansprache sein Handy klingelte, sagte Wowereit – wie so oft – schlagfertig: „Ich warte ja drauf, dass Gazprom anruft.“ Viel Gelächter, bei Gazprom ist bekanntermaßen Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) tätig.
Am Tag darauf feierte der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller sein Sommerfest – passenderweise im Kronprinzenpalais in Mitte. Und Wowereit hielt die nächste hübsche Rede und sagte: „Ich bin jetzt in einer Situation, in der ich kluge Ratschläge geben kann.“ Pause. „Ich muss sie ja nicht mehr umsetzen.“ Freundliches Gelächter. Am Montag folgte dann der Empfang der Investitionsbank Berlin (IBB), die ihr zehnjähriges Bestehen feierte. Kleine Rede, in der er sogar seinen Vorgänger Eberhard Diepgen (CDU) freundlich erwähnte, dann galt es, zahlreichen Gästen Autogramme zu geben und für Selfies bereitzustehen. „Jetzt gibt’s die noch kostenlos“, scherzte Wowereit – und erfüllte jeden Wunsch. Es sind seine Festspiele.


