Es ist Wahlkampf – nein, nicht in Berlin, aber in Brandenburg, in Sachsen und Thüringen, wo in wenigen Wochen neue Landtage gewählt werden. In Brandenburg könnte es am 14. September sehr spannend werden, denn dort muss Dietmar Woidke (SPD) seine erste Wahl als Ministerpräsident bestehen – und beweisen, dass er nach Matthias Platzeck für die Sozialdemokraten die Mehrheit holen kann. Einfach wird das nicht, denn die CDU schickt mit Michael Schierack einen Mann ins Rennen, der mit seiner bedächtigen und auf Ausgleich ausgerichteten Art bei den Brandenburgern offensichtlich ganz gut ankommt. In der letzten Umfrage lag die brandenburgische CDU nur noch knapp hinter der SPD. Würde die Union gar die SPD überholen, dann wäre das am Wahlabend eine echte Sensation.

Die brandenburgische SPD nämlich ist an Erfolg und ans Regieren gewöhnt. Zuerst führte Manfred Stolpe die Sozialdemokraten, anschließend Platzeck, der im Land als unangefochten galt. Woidke, der in diesen Tagen viel in Brandenburg unterwegs ist und für seine Wiederwahl wahrlich kämpft, hat es aber schwerer. Weil er eben doch ein anderer Typ als Platzeck ist, weil nicht alle es gut finden, dass er Brandenburg wieder so sehr von Berlin abgrenzt, weil sich manch einer wundert, wie stark Woidke sich für die angeschlagenen Minister der Linkspartei eingesetzt hat. Am 14. September wird sich zeigen, ob seine Strategie aufgegangen ist und er sein Regierungsbündnis mit der Linken fortsetzen kann.

Die CDU wittert ihre Chance

Aber auch die CDU, die in Brandenburg viele Jahre zerstritten war und kaum über 20 Prozent der Stimmen kam, blickt jetzt optimistisch auf den Wahltag. Auch wenn die führenden Politiker natürlich wissen, dass sie trotz eines guten Abschneidens außen vor bleiben könnten. Als Koalitionspartner käme nämlich nur die SPD in Frage, doch die hat wenig Interesse an einem solchen Regierungsbündnis.

Sehr viel schwerer als alle anderen Parteien hat es jedoch die FDP – in allen drei Ländern. In Sachsen machen sich die Liberalen noch Hoffnung auf die Rückkehr in den Landtag, denn in der letzten Umfrage lagen sie knapp über fünf Prozent. Die sächsische FDP versucht es mit einer klaren Abgrenzung von der Bundespartei und dem provokanten Slogan „Sachsen ist nicht Berlin“. Die FDP in Thüringen hat sich für den Spruch „Wir sind dann mal weg“ entschieden – immerhin ergänzt um die politische Aussage „genau wie der Mittelstand“ oder „genau wie die Schulnoten“. Brandenburg aber hat die FDP augenscheinlich schon verloren gegeben. „Keine Sau braucht die FDP“, steht auf den Wahlplakaten. Die Antwort der Brandenburger bei einer Straßenumfrage fiel in dieser Woche eindeutig aus: „Stimmt.“