Der heutige Sonnabend wird insgesamt wohl ein recht trauriger Tag für mich werden. Der Vormittag wird sicher noch gut, Frühstück mit meiner Tochter und ihrer Familie bei der Großmutter in Neukölln. Ich bringe leckere Brötchen mit, auch ein riesiges Wurstpaket. Meine beiden Enkeltöchter Mila und Luna haben schon sehr spezielle Wünsche. Sehr gerne doch! Dann aber wird die Wehmut kommen, und von Stunde zu Stunde wird sie größer, denn gegen 16 Uhr steigen alle in den Flieger: Familienurlaub auf Kreta – der Sehnsuchtsort für alle, auch für mich. Alle – nur ich bleibe zurück.

„Ich empfehle, Reisen zu unterlassen. Pandemiezeit ist nicht Reisezeit“; riet unsere Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) vor kurzem. Ich höre ja nicht immer auf die Ratschläge unserer Politiker und Politikerinnen, und als ich das gelesen habe, stand mein Entschluss auch bereits seit Monaten fest. Ich möchte niemandem Vorschriften machen. In unserer Familie diskutierten wir das über Wochen, blieben dabei friedlich beieinander, kamen aber zu unterschiedlichen Ergebnissen. Ich wurde überstimmt, gegen mein Bauchgefühl möchte ich mich aber nicht in einen fast übervollen Flieger setzen. Freiwillig verzichten – ein bisschen empfinde ich das sogar als Luxus.