Medienmacher

Gabor Steingart entwickelt TV-Format – Gespräche mit Netflix

Der frühere Herausgeber des „Handelsblatt“, Gabor Steingart, verhandelt mit Netflix über ein Bewegtbildformat. Inhalt: streng geheim.

Gabor Steingart plant mit seiner „Pioneer One“ auch Video-Formate.

Gabor Steingart plant mit seiner „Pioneer One“ auch Video-Formate.

Foto: Jens Krickvia www.imago-images.de / imago images / Future Image

Berlin. Als Gabor Steingart, der ehemalige Geschäftsführer und Herausgeber des „Handelsblatts“, Anfang Mai bekannt gab, auf einem Boot mit Elektroantrieb namens „Pioneer One“, das auf der Spree im Berliner Regierungsviertel hin- und herfährt, den Journalismus – zumindest ein bisschen – neu erfinden zu wollen, war nicht so ganz klar, wie das aussehen sollte.

Man wusste eigentlich nur, dass der 57-Jährige fünf bis zehn neue Audio-Podcasts plant und auf seinem Redaktionsschiff ab kommendem Frühjahr Polit-Prominenz aus der Hauptstadt zu Interviews, aber auch zu Veranstaltungen mit Publikum empfangen will.

Gabor Steingart: Streng geheimes TV-Konzept

Doch Steingarts Firma Media Pioneer plant auch Bewegtbildformate. So hat sein Chefredakteur Michael Bröcker, zuletzt in gleicher Funktion bei der „Rheinischen Post“, ein streng geheimes Konzept für eine Sendung entwickelt, über das derzeit mit Netflix gesprochen wird.

Sollten die Amerikaner abwinken, bliebe als mögliche Abspielfläche immer noch Axel Springers TV-Sender Welt. Das Medienhaus hat 36 Prozent der Media-Pioneer-Anteile übernommen.

Steingarts Schiff „Pioneer One“ nicht auf Berlin festgelegt

Bei dem Projekt wird es nicht ausschließlich um Politik und Wirtschaft gehen. Auf Steingarts Spree-Kahn ist auch Platz für Kultur. So kann sich der Publizist Konzerte und Lesungen auf dem Schiff sehr gut vorstellen. Auf den Standort Berlin ist das Boot im Übrigen keineswegs festgelegt.

Wenn woanders große Ereignisse anstehen, kann es durchaus sein, dass die „Pioneer One“ sich auf den Weg dorthin macht. „Beim G20-Gipfel 2017 wäre das Schiff in Hamburg gewesen“, sagt Steingart.

Mehr zum Thema:

********

Das Medienhaus Axel Springer testet ab Ende August drei Monate lang ein neues Sicherheitssystem: die biometrische Gesichtserkennung. Ihr Einsatz erhöhe „die sichere Zutrittskontrolle“, verkürze „Wartezeiten“ und biete „die Option kontaktloser Zugänge ohne ID-Card“, heißt es in einer internen Mail.

Die dabei erhobenen „Daten werden nicht für die Arbeitszeiterfassung, Leistungskontrolle oder gar für kommerzielle Zwecke gespeichert oder genutzt“, verspricht Springer seiner Belegschaft.

Dieser Versicherung ihres Arbeitgebers, der für das Projekt auch den Betriebsrat gewinnen konnte, schenken die Mitarbeiter offenbar Glauben: Wie eine Unternehmenssprecherin sagt, wurde die Zahl der erforderlichen freiwilligen Testpersonen nach nicht mal einer Woche erreicht. Ursprünglich hätten sich Freiwillige bis zum 19. August melden können.