Ein Interview zu geben, so habe ich währenddessen manchmal das Gefühl, ist für Promis die größte anzunehmende Zumutung. Klar, jeder hat mal einen schlechten Tag, darum geht es nicht. Ich bin auch schon zu solchen Gesprächen gegangen in der Hoffnung, dass das schnelle Überfliegen des Wikipedia-Eintrages als Vorbereitung schon ausreichen wird.
Wenn mir jedoch jemand gegenüber sitzt, der offensichtlich der Meinung ist, es sei mein Privatvergnügen, ihm mit möglichst intimen Fragen auf die Nerven zu gehen, dann finde ich das ärgerlich. Ich schreibe nicht fürs Feuilleton. Allzu schwurbelige Spitzfindigkeiten zum Œuvre des Künstlers interessieren mich für meine Texte also nur peripher. Wem das nicht recht ist, der sollte sich nicht mit mir verabreden. So einfach ist das. Ich mache da niemandem einen Vorwurf. Wäre ich prominent, hätte ich auch keine Lust, mich über mein Privatleben zu unterhalten.


