Herr Herbicht, Sie waren jüngster Küchendirektor Deutschlands, mit 25.
Manche behaupten sogar, ich war der jüngste in Europa, damals im „Radisson SAS“. Da kam ich gerade aus Asien zurück. In Bangkok war ich stellvertretender Küchenchef, hatte zwölf Stellvertreter und 90 Köche.
Wie viele, bitte?
90. „Imperial Queens Park“ hieß das Hotel, mit 1200 Zimmern und elf Restaurants. Ich habe allerdings fast nur für die Königsfamilie gekocht.
Was wollte die Prinzessin essen?
Überwiegend deutsch. Sie liebte deutsches Essen. Bratwürste und Sauerkraut, auch Kartoffelpüree, Rouladen und Sauerbraten. Für die Königin musste es Gänsestopfleber und Steinbutt sein.
Die Zeit muss geprägt haben.
Es hat alles seine Zeit gehabt. Erst bei Johann Lafer mit seinen zwei Sternen, dann der Küchendirektor-Posten, die Hotelfachschule in Heidelberg, Käfer in München, Kempinski in Spanien, das „Westin Grand“ hier in Berlin und schließlich das „Borchardt“.
Das Sie inzwischen wieder verlassen haben. Warum?
Ich wollte mich unbedingt selbstständig machen, und nach fünf Jahren war einfach der perfekte Zeitpunkt für mich gekommen.
Was waren Ihre größten Berlin-Projekte seitdem?
Die Ausrichtung der Aids-Gala mit 2500 Personen, Restaurantkonzepte für die „Hafenküche“, Gastro-Konzepte für das Hotel „Indigo“ und meine Beteiligung am Restaurant „Ø“. Neu ist jetzt meine Veranstaltungslocation im ehemaligen „Kesselhaus“ in den Sarotti-Höfen, das Schmelzwerk. Zum Heiraten, Feiern und Tagen – außerdem ist ein Pop-up-Restaurant geplant, das einmal im Jahr für zwei bis drei Wochen geöffnet ist.
Und wenn’s geschlossen ist? Wo gehen Sie mit ehemaligen Chefs wie Lafer essen, wenn er herkommt?
Ins „Aigner“, „E.T.A. Hoffmann“ oder „The Grand“. Auch das „La Soupe Populaire“ von Tim Raue steht absolut für Berlin.





