Ob eine Wärmepumpe wirtschaftlich arbeitet, hängt nicht vom Alter des Hauses ab. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Gebäude, Heizsystem und Wärmepumpe. Das bestätigt ein Forschungsprojekt des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE): Vier Jahre lang vermaßen die Forschenden 77 Wärmepumpenanlagen in Bestandsgebäuden unter realen Bedingungen. Dabei konnten die Forschenden keine Korrelation zwischen dem Baujahr der Gebäude und der Effizienz der Wärmepumpen feststellen.

Für Eigentümer heißt das: Statt auf das Baujahr zu schauen, lohnt sich der Blick auf einige zentrale Stellschrauben.

Diese Faktoren beeinflussen die Wirtschaftlichkeit

  • Gebäudezustand: Wie viel Wärme geht über Dach, Fassade, Fenster und Boden verloren?
  • Vorlauftemperatur: Bis rund 55 Grad Celsius sind gute Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Wärmepumpenbetrieb gegeben
  • Dimensionierung: Die Wärmepumpe sollte anhand des tatsächlichen Wärmebedarfs passend ausgelegt werden
  • Jahresarbeitszahl (JAZ): Sie zeigt, wie viel Wärme die Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt
  • Investitionskosten: Entscheidend sind die Mehrkosten gegenüber einer ohnehin notwendigen neuen Heizung

Wärmepumpe: Technik und Einsparmöglichkeiten

Mit einer Wärmepumpe beheizen Sie Ihr Zuhause effizient und umweltfreundlich. Diese Heizungen sind sowohl für Neubauten als auch für bestehende Immobilien eine exzellente Wahl.

Gebäudeenergieausweis: Der erste Schritt zur passenden Wärmepumpe

Der Gebäudeenergieausweis gibt eine erste Orientierung zu Wärmeverlusten über Dach, Fassade, Fenster oder Boden. Die Detailprüfung führt ein Fachbetrieb durch: Er ermittelt die benötigte Heizleistung und prüft, ob die vorhandenen Heizkörper weiter genutzt werden können.

Vorlauftemperatur: Ein entscheidender Faktor für die Effizienz

Die Vorlauftemperatur beschreibt, wie warm das Heizungswasser in Heizkörpern oder Fußbodenheizung sein muss. Je niedriger sie ausfällt, desto effizienter kann die Wärmepumpe arbeiten. Kann ein Gebäude zuverlässig mit einer Vorlauftemperatur von bis zu rund 55 Grad Celsius beheizt werden, sind gute Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Betrieb gegeben.

Wärmepumpe Beratung
Experten von Vaillant und Fachbetrieben unterstützen bei der Planung.© Vaillant

Dimensionierung: Warum eine passgenaue Auslegung wichtig ist

Eine Wärmepumpe sollte möglichst genau auf den tatsächlichen Wärmebedarf ausgelegt sein. Ist die Anlage überdimensioniert, schaltet sie häufiger ein und aus, Fachleute sprechen vom „Takten“. Das kann die Effizienz verschlechtern und den Verschleiß erhöhen. Der Fachbetrieb legt die Anlage anhand einer Heizlastberechnung raumweisen richtig aus.

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe im Alltag?

Wie viel Strom eine Wärmepumpe verbraucht, hängt vom Wärmebedarf des Gebäudes, der Effizienz der Anlage und dem Nutzerverhalten ab, eine pauschale Zahl gibt es deshalb nicht. Wichtig zu wissen: Die Wärmepumpe erzeugt Wärme nicht direkt aus Strom, sondern gewinnt den Großteil aus kostenloser Umweltenergie, etwa der Außenluft. Der Strom treibt vor allem den Kompressor an, der diese Umweltwärme auf das benötigte Temperaturniveau bringt. Maßstab dafür ist die Jahresarbeitszahl (JAZ): Eine JAZ von 4 bedeutet, dass aus einer Kilowattstunde Strom im Jahresdurchschnitt vier Kilowattstunden Wärme entstehen.

Auch die richtige Einstellung der Anlage spielt eine Rolle. Wie stark die Vorlauftemperatur an die Außentemperatur angepasst wird, legt die Heizkurve fest. Der hydraulische Abgleich ist ebenso relevant: „Eine gut eingestellte Heizkurve sorgt dafür, dass die Wärmepumpe nur so viel Wärme bereitstellt, wie tatsächlich benötigt wird. Der hydraulische Abgleich hilft, die Wärme gleichmäßig und effizient im Haus zu verteilen. Beides trägt dazu bei, den Energieverbrauch dauerhaft niedrig zu halten“, erklärt Jörg Bremicker, Wärmepumpen-Experte bei Vaillant.

Praxisbeispiel Bad Oeynhausen: Wirtschaftlichkeit im Mehrfamilienhaus

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Auch bei Mehrfamilienhäusern lohnt sich der Blick auf die laufenden Energiekosten. Das zeigt ein Praxisbeispiel aus Bad Oeynhausen mit drei Wohneinheiten. Nach dem Umstieg von einer Ölheizung auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe von Vaillant liegen die kalkulierten Energiekosten für Heizung und Warmwasser bei rund 3.000 Euro pro Jahr.

Für die frühere Ölheizung ergibt sich auf Basis des damaligen Verbrauchs und des Heizölpreises zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme ein rechnerischer Vergleichswert von rund 5.350 Euro pro Jahr. Damit liegen die kalkulierten Energiekosten rund 2.350 Euro beziehungsweise 44 Prozent niedriger. „Die Energiekosten werden künftig nur noch bei etwa 250 Euro im Monat liegen – für alle Mieter zusammen!“, sagt Frank R., Eigentümer des Mehrfamilienhauses.

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Wie sich das auf die Heizkosten im direkten Vergleich zu Gas und Öl auswirkt, lesen Sie in unserem Ratgeber beim Hamburger Abendblatt.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei genannten Werten um Orientierungsgrößen handelt. Der tatsächliche Verbrauch und die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe hängen von den individuellen Gegebenheiten des jeweiligen Gebäudes ab.