Berge von Geschenkpapier, stromintensive Weihnachtsbeleuchtung und vom anderen Ende der Welt importierte Christbäume bereiten mittlerweile eher Bauchschmerzen als Festtagsstimmung. Denn in Zeiten von Klimawandel und Energiekrise achten immer mehr Menschen auf eine nachhaltige Festplanung und einen achtsamen Umgang mit Ressourcen und den eigenen Nerven. Dass das nicht zulasten der Atmosphäre und der Vorfreude aufs Fest gehen muss, zeigen folgende Tipps:
Vorausschauend planen
Wer in der Vorweihnachtszeit viele Termine und Verpflichtungen einhalten muss, plant am besten frühzeitig. To-do-Listen sind hilfreich, den Überblick über Einladungen, Geschenke und die Menüplanung zu behalten. Besonders bei den Präsenten gilt: Frühzeitig überlegen, was bestellt, was gekauft und was selbstgemacht werden soll.
Weihnachtsbeleuchtung
In puncto Lichterketten sind LED-Lämpchen eine sparsame Alternative. Sie halten nicht nur viel länger, sie verbrauchen außerdem bis zu 90 Prozent weniger Strom als herkömmliche. Batteriebetriebene Lichterketten sind keine gute Idee: Sie landen irgendwann im Müll. Empfehlenswert für den Außenbereich: solarbetriebene LED-Lichterketten mit Zeitschaltuhr, damit weder Nachbarn noch Tiere nachts durch Dauerbeleuchtung gestört werden. Wer auf echte Kerzen nicht verzichten möchte, sollte zu solchen aus Bienen- oder Sojawachs greifen, weil sie frei von Paraffin und Giftstoffen sind, die bei der Verbrennung freigesetzt werden.
Bewusst schenken
Unbrauchbare Verlegenheitsgeschenke machen alle verlegen: den Schenkenden ebenso wie den Beschenkten. Oft bereiten die Dinge, die man nicht kaufen kann, die die größte Freude. Zum Beispiel Zeit: für einen gemeinsamen Ausflug, ein Abendessen oder einen Theaterbesuch. Wer kreativ ist, kann ganz persönliche Präsente selbst nähen, basteln oder stricken. Auch Wissen und Spaß lassen sich verschenken: Wie wäre es mit einer Instrumenten-Schnupperstunde, einem Abo für eine Fachzeitschrift oder einem Gutschein für einen Fremdsprachenkurs oder den örtlichen Fitness-Club?
Immer beliebter wird das Imkern: Über www.stadtbienen.org kann man Imker-Orientierungsseminare oder Kurse fürs ökologische Imkern buchen. Auch beim Deutschen Imkerbund gibt es Anfängerkurse. Wer dennoch lieber das klassische Kaufgeschenk bevorzugt, kann hierbei auf Nachhaltigkeit achten: zum Beispiel auf das Ökosiegel beim Kauf von Textilien oder die Energieeffizienzklasse beim Kauf von Elektronikgeräten. Eine Alternative für alle, die ganz aufs Beschenken verzichten wollen: Spenden an gemeinnützige Organisationen.
Augen auf beim Baumkauf
Wer seinen Weihnachtsbaum selbst schlägt, tut der Umwelt etwas Gutes, weil er lange Transportwege vermeidet. Wo das möglich ist, wissen die örtlichen Forstämter und findet man im Internet . Auch gibt es mittlerweile in vielen Baumärkten ökologisch einwandfreie Weihnachtsbäume – dabei auf das FSC-, Bioland- oder Naturland-Siegel achten. Die Umweltorganisation Robin Wood bietet eine regelmäßig aktualisierte Übersicht, wo es Weihnachtsbäume aus ökologischer Land- oder Waldwirtschaft gibt. Die Liste ist nach Bundesländern und Postleitzahlen geordnet und findet sich hier.
Eine Alternative ist der Baum im Topf. Wer einen Garten hat, kann den Baum nach den Festtagen dann dort einpflanzen. In vielen Städten kann ein Weihnachtsbaum im Topf auch gemietet werden. Wer gar keinen klassischen Weihnachtsbaum möchte, muss dennoch nicht auf die Festlichkeit verzichten. Im Internet gibt es zahlreiche Anleitungen, wie man einen Baum zum Fest selbst basteln kann.
Natürliche Weihnachtsdeko
Beim Winterspaziergang Zweige, Moos, Nüsse und Zapfen sammeln und zu Dekorationszwecken nutzen. Nachhaltiger als Lametta oder Plastikanhänger sind selbstgebastelte Sterne aus Stroh, Wäscheklammern, Butterbrot- oder Packpapier oder Selbstkreiertes aus Salzteig. Auch hübsch: Deko aus im Backofen getrockneten Zitronen- und Orangenscheiben.
Nachhaltig Plätzchen backen
Beim Backen sollte man möglichst biologische, saisonale und regionale Produkte verwenden. Als Alternative zum Weizenmehl eignen sich Vollkorn-, Hafer- oder Buchweizenmehl, als Zuckervariante zum Beispiel Bio-Zucker aus regionalen Zuckerrüben. Vorsicht auch beim Energieverbrauch: Vorheizen ist meistens gar nicht nötig. Die Backofentür sollte beim Einschieben neuer Bleche nur kurz offenstehen, damit nicht zu viel Wärme entweichen kann.
Nachhaltig schlemmen
Flugmangos und neuseeländisches Rinderfilet mögen ein Gaumenschmaus sein – nachhaltig ist ihr Genuss aber auch zu Weihnachten nicht. Sicher ebenso lecker ist der Gänse- oder Wildbraten aus heimischen Regionen begleitet von saisonalem Gemüse. Und auch in Sachen Desserts gibt es festliche Alternativen, die ohne Importware auskommen. Wer zum Tierwohl ganz auf Fleisch verzichten möchte, findet online immer mehr vegetarische oder vegane Alternativen zum Festtagsbraten, die den geschmacklichen Vergleich mit der traditionellen Variante nicht scheuen müssen.
Übriggebliebenes Festessen weiterverwerten
Was tun, wenn vom üppigen Festtagsmahl noch jede Menge übrig ist? Mit der „Zu gut für die Tonne!“-App gibt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) Tipps, wie sich aus Klößen, Raclette, Braten & Co. leckere Gerichte kochen lassen. Weitere Infos gibt es hier.


