Kaum befinden sich die Temperaturen im Sinkflug, dudeln sie aus jedem Radio. Und auch in den Einkaufszentren kann man ihnen nicht entkommen: Weihnachtslieder. Wir haben ein paar lustige Hintergründe zusammengestellt.

Weihnachten im Weltall

Die beiden hatten wohl den Schalk im Astronautenhelm: „Wir haben hier ein Objekt im polaren Orbit, das aussieht wie ein Satellit … Der Pilot des Kommandomoduls trägt einen roten Anzug!“ So meldeten es Tom Stafford und Walter Schirra am 16. Dezember 1965 aus ihrer Gemini-6-Raumkapsel an die Bodenstation in Houston. Und stimmten (samt heimlich an Bord geschmuggelter Mundharmonika) „Jingle Bells“ an – das erste Lied, das aus dem Weltraum übertragen wurde.

Artfremder Evergreen

Alle Jahre wieder wurmt sich diese Melodei ins Ohr, dass es nur so klingelingelingelt: „Last Christmas I Gave You My Heart ….“ Manche Story rankt sich um den Klassiker, die schönste (allerdings nie bestätigte) geht so: Als seine Plattenfirma Epic 1984 ein populäres Weihnachtslied veröffentlichen wollte, entdeckte George Michael in der Schatulle seiner unveröffentlichten Kompositionen ein Stück namens „Last Easter“ (Letzte Ostern), das er nur etwas umtexten musste. Auf die Schnelle wurde ein Video in einem Schweizer Wintersportort gedreht – fertig war der Christmas-Hit aus der Retorte.

Das längste …

Angeblich ist es das längste Weihnachtslied der Welt – das 1799 im Erzgebirge entstandene und 1836 erstmals niedergeschriebene „Heiligobndlied“. Ursprünglich hatte die mutmaßliche Autorin, Johanne Amalie von Elterlein, wohl nur 13 Strophen geschrieben, im Lauf der Zeit fügten verschiedene Textdichter immer neue Strophen hinzu – insgesamt sind es heute mindestens 156. Wer das singt, braucht Zeit: Bei einer MDR-Show dauerte der Spaß live vorgetragen länger als 66 Minuten!

… und das kürzeste

Ganze sechs Sekunden – so kurz ist „The World’s Shortest Christmas Song“ vom A.Y.U.-Quartet aus Michigan / USA. Eigentlich steht das Kürzel für „As Yet Untitled“ (noch ohne Titel). Für ihr erstes Weihnachtsalbum benannten sich die vier Sänger kurzerhand in „Acapella Yuletide Uproar“ (etwa: A-capella-Weihnachts-Aufruhr) um. Der Text, ebenso kurz wie bündig: „Christmas Song“.

Das simpelste

Kaum aussagekräftiger: „Feliz Navidad“, das José Feliciano angeblich in fünf Minuten komponiert haben soll. Den Text können sich selbst Vergessliche relativ leicht merken: 21 x „Feliz Navidad“, 6 x „Prospero año y felicidad“, 18 x „I Wanna Wish You A Merry Christmas“, 6 x „From The Bottom Of My Heart”. Und jetzt alle: „Feliz Navidad, Feliz ….”

Das multilinguale

Ob auf Mandarin („píngānyè, shèngshànyè!”), Gälisch („Oidhche shàmhach, oidhche naomh“), Estnisch („Püha öö, õnnistud öö“) oder Grönländisch („Juullimi qiimasuttut“): Dieses Lind funktioniert international. In mehr als 300 Sprachen und Dialekte soll es übersetzt worden sein, jenes 1818 in Oberndorf bei Salzburg uraufgeführte Weihnachtslied. Ach so, wie heißt es nochmal im deutschen Original? Natürlich: Stille Nacht, heilige Nacht.

Das deftigste

Liebe Kinder, jetzt bitte mal kurz weggucken: „F**k Christmas“ heißt das wohl unflätigste Weihnachtslied der Welt. Eric Idle von der britischen Blödeltruppe Monty Python sang das lästerliche Liedchen 2006 voller Inbrunst ein – und brachte dabei das Kunststück fertig, das böse F-Wort in 25 kurzen Zeilen immerhin 19-mal unterzubringen. Da kriegen Rentier Rudolf, dicke Männer mit weißen Bärten und der weihnachtliche Shopping-Wahn kollektiv eins vor den Latz. Pfui, Mr. Idle! Aber lustig ist es schon …