Rund 85 Prozent der Berlinerinnen und Berliner wohnen zur Miete. Gleichzeitig ist der Wohnungsmarkt in der Hauptstadt angespannt: Die Mieten steigen, der Wohnungsneubau kommt nur schleppend voran und möblierte Wohnungen werden häufig über rechtliche Schlupflöcher zu überhöhten Preisen angeboten. Deswegen zählt die Mietenpolitik zu den zentralen Themen des Berliner Wahlkampfs.

Einige wohnungspolitische Forderungen der Berliner Parteien überschneiden sich. So befürworten fast alle großen Parteien – CDU, SPD, Grüne und Linke – die konsequente Durchsetzung der Mietpreisbremse sowie die Einführung eines Mietenkatasters, um mehr Transparenz auf dem Wohnungsmarkt zu schaffen oder überhöhte Mieten bekämpfen zu können. Nur die AfD lehnt beide Forderungen ab.
Allerdings hat jede Partei eigene Schwerpunkte bei der Regulierung des Mietmarkts. CDU und AfD setzen stärker auf private Investoren, Deregulierung beim Wohnungsneubau sowie Eigentümerförderung. SPD, Grüne und Linke wollen hingegen den öffentlichen Wohnbau und die Förderung gemeinwohlorientierter Akteure wie Genossenschaften mehr fördern.
Deutlich auseinander gehen die Positionen auch bei der Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen. Auslöser der Debatte war der erfolgreiche Volksentscheid der Berliner Initiative „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ im Jahr 2021. Bislang wurde dessen Ergebnis jedoch nicht umgesetzt. CDU und AfD lehnen eine Vergesellschaftung strikt ab, während Grüne und Linke sie ausdrücklich befürworten. Die SPD steht dem Vorhaben zurückhaltender gegenüber, schließt den Einsatz dieses Instruments jedoch nicht aus.



