Politische Transparenz ist eine Voraussetzung dafür, dass Bürgerinnen und Bürger politische Entscheidungen nachvollziehen und sich an der Demokratie beteiligen können. Im Grundgesetz wird ihre Relevanz deshalb an mehreren Stellen ausdrücklich hervorgehoben. Transparenz trägt dazu bei, Machtmissbrauch vorzubeugen. Einflussnahmen durch Interessengruppen müssen im Lobbyregister offengelegt werden. Auch Parteispenden ab 10.000 Euro pro Jahr sind in einem Rechenschaftsbericht auszuweisen.

In Deutschland gilt das Informationsfreiheitsgesetz (IFG). Es gewährt Bürgerinnen und Bürgern das Recht, Akten und Entscheidungen der Bundesbehörden einzusehen. Nach einem Anschlag auf das Stromnetz im Januar 2026 hat die schwarz-rote Koalition (CDU/SPD) im Berliner Senat das IFG im Eilverfahren massiv beschnitten. Behörden können Auskünfte nun unter Verweis auf den Schutz kritischer Infrastruktur verweigern. Von der Opposition und den Medien wurde dieser Schritt scharf kritisiert.
Um sensible Daten zu schützen, kommen parlamentarische Ausschüsse gelegentlich auch in nichtöffentlichen Sitzungen zusammen. Dort werden politische Entscheidungen vorbereitet und Kompromisse ausgehandelt, ohne dass die Öffentlichkeit Einblick in Argumente, Einflussnahmen und Entscheidungsprozesse erhält. Zwar müssen die wesentlichen Ergebnisse anschließend in Abschlussberichten dokumentiert werden. Kritiker sehen in diesen Sitzungen jedoch eine Einschränkung der politischen Transparenz.



