Dass alle Wahlberechtigten bei einer großen Bundestagswahl tatsächlich ihre Stimme abgeben, ist in Deutschland noch nie vorgekommen. Bei der jüngsten Bundestagswahl im Jahr 2025 wählten 17,5 Prozent von ihnen gar nicht. Das entspricht etwas mehr als 10 Millionen Menschen.

Seit den 2000er-Jahren lag der Anteil der Nichtwähler zuvor immer grob zwischen 20 und 30 Prozent. Bei der Berechnung der Stimmanteile, die Parteien erreichen, werden die Nichtwähler nicht berücksichtigt, weil sich diese Anteile auf die abgegebenen gültigen Stimmen beziehen.

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Teaser Berlin Wiki © BM Infografik | cs/BM

Warum Menschen in Deutschland nicht wählen, lässt sich nicht pauschal für alle sagen. Dennoch gibt es Studien, die sich damit beschäftigen. Zum Beispiel hat das Wahlforschungsinstitut infratest dimap nach der Bundestagswahl 2025 mehr als 500 Nichtwähler befragt. Dabei ging es unter anderem um die Gründe, warum sie nicht zur Wahl gegangen waren.

Zu den wichtigsten Gründen zählte, dass Menschen allgemein unzufrieden mit der Politik waren. Viele gaben an, keine Partei gefunden zu haben oder, dass die Parteien ihnen alle gleich erschienen. Ebenfalls sagten viele Nichtwähler, dass sie mit ihrer Stimme nichts bewirken könnten.

Studien legen nahe, dass Wählen oder Nichtwählen auch etwas mit der sozialen Lage zu tun hat. Die Wahrscheinlichkeit, nicht zu wählen, ist demzufolge bei Menschen mit geringem Einkommen und niedrigem Bildungsstand besonders hoch.