Frohe Botschaft aus dem Berliner Zoo: Vor wenigen Tagen sind im Nachttierhaus sieben Feldhamster auf die Welt gekommen, wie der Zoo am Mittwoch mitteilte. Nachdem die Tierpfleger in der vergangenen Woche ein Fiepsen aus der Höhle gehört hätten, habe die Nestkontrolle am 11. Juli die freudige Gewissheit geliefert: Sieben noch blinde Jungtiere kuscheln sich in der – von der Hamstermutter sorgfältig ausgepolsterten – Wurfhöhle dicht aneinander. Erst vor wenigen Wochen war ein Feldhamsterweibchen aus dem Tierpark in den Zoo Berlin umgezogen.
Mit der Feldhamster-Station, die auf dem Wirtschaftshof gelegen und für Tierpark-Gäste daher nicht einsehbar ist, setzt der Tierpark Berlin seine Expertise in der Haltung und Zucht bedrohter Tiere auch für die Rettung einer heimischen Tierart im natürlichen Lebensraum ein. Auch dort kamen in diesem Sommer bereits 28 Jungtiere zu Welt. „Bei ihrer Geburt haben Feldhamster nicht mal die Größe eines kleinen Fingers und sind blind und taub. Aber sie wachsen wahnsinnig schnell und gehen schon im Alter von etwa vier Wochen langsam eigene Wege“, erklärt Tierpark-Kuratorin Maren Siebert.

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Landwirtschaft größte Bedrohung für europäischen Feldhamster
Umso schöner sei es, dass man dem Feldhamsternachwuchs nun auch im Zoo beim Großwerden zusehen könne. In der Feldhamster-Station leben derzeit 41 Tiere, insgesamt bietet die Station aktuell Kapazitäten für über 80 Tieren. Mit dem Artenschutzprogramm „Berlin World Wild“ engagieren sich Zoo und Tierpark Berlin für bedrohte Tierarten.
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Nach Schätzungen leben in Deutschland nur noch 10.000 bis 50.000 Feldhamster. Die größte Bedrohung für den Feldhamster ist die intensive Landwirtschaft. Insbesondere der Anbau von Energiepflanzen zulasten von Getreide, die frühe und effektive Ernte sowie der Einsatz von chemischen Mitteln zur Bekämpfung von Nagetieren macht der wild lebenden Hamsterart Probleme.
Experten gehen davon aus, dass der Feldhamster bis 2030 vollständig aus Europa verschwinden könnte, wenn nicht aktiv durch gezielte, kontrollierte Zucht außerhalb des natürlichen Lebensraumes gegengesteuert werde.
BM/tok



