Nach dem Rücktritt von Berlins Kultursenator Joe Chialo (CDU) wird in Berlin über dessen Nachfolge spekuliert: Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) versprach beim Kurznachrichtendienst X, „zeitnah eine sehr gute Lösung für Berlin“ zu präsentieren. Er führe seit einigen Wochen einen sehr intensiven, konstruktiven und vertrauensvollen Kulturdialog – gemeinsam mit Kultur-Staatssekretärin Sarah Wedl-Wilson. 

Sarah Wedl-Wilson, Staatssekretärin für Kultur des Landes Berlin
Sarah Wedl-Wilson, Staatssekretärin für Kultur des Landes Berlin© picture alliance | picture alliance

Laut Beobachtern hat der Regierende nun verschiedene Optionen. Er könnte Kulturstaatssekretärin Sarah Wedl-Wilson zur Senatorin befördern. Sie führte in den vergangenen Wochen neben Wegner auch den „Kulturdialog“ mit den von den Einsparungen betroffenen Einrichtungen. Denkbar sind auch andere Politiker aus Berlin oder von außerhalb. Oder die Kultur könnte – so war es früher schon mal – ins Rote Rathaus wandern. Dann gäbe es einen Regierenden Bürgermeister, der auch Kultursenator wäre.

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Wegen der Spar-Politik: Joe Chialo tritt als Kultursenator zurück

Kultursenator Chialo hatte am Freitag wegen der Sparpolitik des Berliner Senats seinen Rücktritt angekündigt. Er habe um die Entlassung aus dem Amt als Senator für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt gebeten, hieß es in einer Erklärung.

Der 54-Jährige begründete seine Entscheidung mit weiteren Kürzungen im Kulturhaushalt. Diese führten zu drohenden Schließungen von bundesweit bekannten Kultureinrichtungen. Die Einsparungen griffen „zu tief in bestehende Planungen und Zielsetzungen ein“. Zudem sei die Debatte darüber zuletzt erschwert worden, „da sich öffentliche Kritik zunehmend auf meine Person konzentrierte“. In dieser Situation sehe er es als seine Verantwortung, „Raum für neue Perspektiven zu schaffen“, erklärte Chialo, der seit April 2023 im Amt war.

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In diesem Jahr sollen im Kulturhaushalt insgesamt rund 130 Millionen Euro einspart werden. Das Gesamtvolumen der Einsparungen im Berliner Senat liegt bei rund drei Milliarden Euro. Chialo betonte, die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen. Im vergangenen Jahr habe er die geforderten Einschnitte im Kulturhaushalt schweren Herzens noch mitgetragen.

les/dpa