Der lange Lockdown und Kurzarbeit haben für Michaela Muchowski ganz klar eine gute Seite gehabt. „Das war geschenkte Zeit mit der Familie“, sagt die Mutter zweier Kinder. Die Arbeit als Verkäuferin im Modegeschäft Enderlein in Lichtenrade ruhte zwar zeitweise, und weniger Geld war auch vorhanden. Und dennoch sieht Muchowski eine lehrreiche Zeit hinter sich: „Man kann auch mit weniger leben und muss nicht immer aus dem Vollen schöpfen.“ Diese Erfahrung habe sie „sehr heruntergeholt von der materialistischen Welt“.

Einen erneuten Lockdown wünsche sie sich dennoch nicht. Die zurückgekehrte Normalität habe sie vermisst. Auch weil der Großteil ihrer Familie in Muchowskis Heimat Österreich zu Hause ist. Viele Verwandte habe sie eine lange Zeit nicht besuchen können.

„Ein normales Leben ist wieder möglich“

Über Normalität würden sich auch die Kundinnen, die bei Enderlein neueste Damenmode finden, freuen. „Wir haben sehr treue Kunden. Als wir wieder öffnen konnten, waren alle wieder da“, berichtet Michaela Muchowski. Für Mitarbeiter und Inhaber ein beglückender Zustand.

Das sei auch möglich geworden, weil man in der Modeboutique schnell reagiert habe, als der Lockdown kam. Ein Online-Shop wurde eingerichtet, das Schaufenster in der Bahnhofstraße mit mehr Ware bestückt, damit Kundinnen die Mode zumindest durch die Glasscheibe betrachten können.

Dass es Impfstoffe gegen das Coronavirus gebe, stimme sie zuversichtlich, sagt Muchowski. Sie sehe aber die Notwendigkeit, dass die Impfbereitschaft unter den Menschen noch deutlich wächst. Für die Verkäuferin lautet das Fazit nach den schweren Monaten: „Ein normales Leben ist auch nach einer Durststrecke möglich.“