Dass die Außengastronomie am 21. Mai wieder öffnen konnte, kam für Eleonora Zisi plötzlich. „Im Mai mussten wir sehr viel wegwerfen, weil aufgrund der Testpflicht und des noch sehr regnerischen Wetters zuerst doch nicht so viele Gäste kamen wie erhofft“, sagt die Eigentümerin des „Mokkafee“, ein Café mitten in der Köpenicker Altstadt. Aber natürlich, nach sieben Monaten Lockdown war die Erleichterung groß.
Zisi hatte die Zeit mit der Familie verbracht, ihre Kinder bei den Hausaufgaben betreut. Aber frustrierend seien die Wochen schon gewesen. „Im Januar mussten mein Mann und ich sehr viel Geld vorstrecken, das haben wir erst später zurückbekommen“, sagt sie. Die finanzielle Unterstützung für zwei weitere Monate stehe bis heute aus. Alles in allem keine schöne Zeit.
Im Innenbereich sitzt fast niemand
„Ich habe Angst, dass wir wieder schließen müssen“ sagt Zisi. An einem sonnigen Nachmittag sind immerhin einige Tische auf der Außenfläche des Cafés besetzt. In den Innenbereich setze sich hingegen nach wie vor fast niemand, sagt sie.
Die Eigentümerin des Frühstückcafés hofft, dass bald auch mehr Touristen die Köpenicker Altstadt besuchen. Ein Problem sei für sie, dass viele Büros in der näheren Umgebung weiterhin im Homeoffice sind. „Ich denke jeden Tag, jetzt geht es los, aber dann kommen doch wieder nur wenige Kunden“, sagt sie. Manchmal sei es so, dass sie früher schließen will, weil einfach nichts los sei – und plötzlich kommt doch wieder eine Gruppe Gäste. „Ein Tag lachen, ein Tag weinen“, sagt sie. „Aber alles in allem, es geht bergauf.“
Mokkafee, Grünstraße 21, 12555 Berlin. Mo.–So. 9–18 Uhr. mokkafee.de.


