Julia Krawelitzki (33) hat sich vor rund zwei Jahren mit ihrem Café „Fräulein Juli“ in Lichterfelde selbstständig gemacht.
„Endlich sind wir wieder am Aufatmen. Man merkt deutlich, wie sehr die Menschen sich danach gesehnt haben. Nach anfänglichem Zögern wird vor allem unserer Terrasse sehr gut angenommen. Natürlich spielt uns dabei auch das Wetter in die Karten. Auch schon vor Corona wurde unser Angebot gut angenommen, aber jetzt geht es durch die Decke. Ich freue mich, wenn die Menschen sich Zeit nehmen und bei uns ihren Tag starten. Ich merke auch, wie sehr sie das vermisst haben. Das war mir vorher gar nicht so bewusst, weil ich mir solche Sorgen gemacht habe. Unsere Gäste sind einfach nur dankbar, und alle sagen, wie glücklich sie sind. Ich habe das Gefühl, dass sie mir bewusster von schönen, alltäglichen Dingen erzählen und nicht mehr von Corona, was mir bewusst macht, dass da noch viel mehr ist. Ich hatte schon fast vergessen, wie schön das ist, was ich mir aufgebaut habe. Allein das Tellertragen ist für mich jetzt ganz großes Kino. Ich merke auch, dass die Menschen gewisse Dinge mehr wertschätzen, die vorher selbstverständlich waren. Ich wünsche mir, dass das auch in Zukunft bleiben wird. Unsere Einbußen aufzuholen, wird wohl noch etwas dauern, aber ich ein total optimistischer und zuversichtlicher Mensch.“
Café „Fräulein Juli“, Lorenzstraße 63 in Lichterfelde, täglich 10–18 Uhr.


