Überraschend war es nicht, was die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am Sonnabend am ehemaligen Grenzübergang Checkpoint Charlie präsentierte. Es entspricht vielmehr genau dem, was der Senat vor Monaten ankündigt hatte, als er nach vierjährigen Abstimmungsgesprächen die Zusammenarbeit mit dem Immobilienunternehmen Trockland aufkündigte.

Die künftige Bebauung beiderseits der Friedrichstraße soll sowohl auf der Ost- als auch auf der Westseite den Blick auf die unter Denkmalschutz stehenden Brandwände ermöglichen. Auf der Ost-Seite soll ein Museum des Kalten Krieges entstehen. Kein Gebäude darf höher werden als 28 Meter. Ein Hotel ist genauso ausgeschlossen wie ein Hochhaus. Für beides hatte Trockland bereits Pläne in der Tasche.

Am Sonnabend blieb zunächst noch unklar, ob Trockland auch unter den neuen Bedingungen am Checkpoint festhält. Das Unternehmen ist nicht im Besitz der Grundstücke, sondern hat die 90 Millionen Euro schwere Grundschuld eines insolvent gegangenen Vorgängers übernommen. Wer ohne Trock­land weitermachen möchte, muss diese Grundschuld übernehmen.

Die Landesregierung muss Tempo machen

Nun ist also wieder die Berliner Landesregierung am Zug: Sie muss beweisen, dass ihre neuen Pläne mehr sind als bemühtes Mittelmaß und besser, als die zuvor mit Trockland ausgehandelten. Und sie muss Tempo machen, damit der Grenzübergang nicht auch noch 40 Jahre nach dem Fall der Mauer ein touristischer Rummelplatz mit Soldatendarstellern und Fellmützenverkäufern ist. Vor allem muss sie aber sicherstellen, dass das mit hohen Grundschulden und einem Insolvenzverfahren behaftete Areal nicht zum nächsten Bauskandal Berlins zulasten der Steuerzahler wird.