Die Geschichte des Eislaufens beginnt bereits in der Urzeit. Vor 5000 Jahren waren die Siedler in Mittel- und Nordeuropa gezwungen, sich auf den gefrorenen Flächen der Eiszeit fortzubewegen. Erste Schlittschuhe brachten Vorteile bei der Jagd oder dem Transport von Waren. Form, Stil und die Art der Herstellung der Schlittschuhe haben sich im Lauf der Jahre genauso verändert wie die Gründe, warum Menschen sie tragen.

3000 vor Christus

Die ersten Schlittschuhe, die gefunden wurden, waren aus Beinknochen großer Tiere gefertigt. Diese wurden gespalten, flach geschliffen, durchbohrt und mit Lederriemen an den Füßen befestigt. Eines der ältesten Paar-Schlittschuhe wurde um 3000 v. Chr. in einem See in der Schweiz entdeckt. Die Knochenschlittschuhe waren an der Unterseite flach und rutschig, und man musste einen Stock zwischen den Beinen ins Eis stecken, um sich vorwärts zu schieben. Da Knochen von Natur aus Fett enthalten, waren sie zu dieser Zeit das beste Material für „Kufen“. Bei Kontakt mit der Eisfläche sorgte das Fett für ein müheloses Gleiten.

Fotos: Gemeinfrei
Fotos: Gemeinfrei© BM Infografik | Babette Ackermann-Reiche

13. bis 14. Jahrhundert

Im 13. Jahrhundert begann man, Schlittschuhe aus einem Holzblock mit einer darunter befestigten flachen Eisenklinge zu bauen. Für den Antrieb war nun kein Stock mehr nötig, da die Eisenkufen dafür sorgten, dass der Schlittschuh durch die eigene Bewegung angetrieben wurde. Obwohl die Klingen nicht mehr so sanft glitten, verdrängten diese Schlittschuhe mehr und mehr das Knochenmodell. Ab dem 14. Jahrhundert begannen die Niederländer, ihre Eisenschlittschuhe zu schärfen. Die scharfe Kante schnitt sich ins Eis und brachte mehr Sicherheit und Schnelligkeit mit sich. Das Schlittschuhlaufen wurde zum Volksvergnügen.

Foto: Schaadshistorie.nl
Foto: Schaadshistorie.nl© BM Infografik | Babette Ackermann-Reiche

15. bis 18. Jahrhundert

Die Schlittschuhmacher fügten der Kufe eine dramatisch geschwungene Spitze hinzu. Sie erleichterte das Schlittschuhlaufen über raues Eis und wurde auch zur Ausführung einfacher Figuren verwendet. Diese Schlittschuhart blieb einige hundert Jahre lang der gängige Schlittschuhstil.

19. Jahrhundert

Das Eislaufen war erst dem Adel vorbehalten. Als die Mittelschicht es entdeckte, brach ein wahrer Begeisterungssturm für diese Aktivität aus. 1848 ersetzte E.W. Bushnell aus Philadelphia den Holzsockel durch Metall. Er gilt als Revolutionär des Eislaufsports, da er als Erster eine Klinge aus Stahl herstellte. Sie wurde an die Schuhsohlen geschnallt und zum ersten Mal konnten Schlittschuh-läufer sich drehen und springen, ohne ihre Schlittschuhkufen zu verlieren!

Fotos: Metropolitan Museum of Art (gemeinfrei) / iStock
Fotos: Metropolitan Museum of Art (gemeinfrei) / iStock© BM Infografik | Babette Ackermann-Reiche

1854

John Forbes aus Nova Scotia in Kanada entwarf 1854 eine Metallplatte, die mit einem Federverschluss am Stiefel befestigt wurde und mithilfe einer Schraube an die Länge des Stiefels angepasst werden konnte. Oft gab es auch eine Lederschnalle um den Knöchel, die für zusätzliche Sicherheit sorgte. Mit dieser am Fuß festgeklemmten Kufe konnte man ohne Sorgen der Kreativität beim Eislaufen freien Lauf lassen.

1865

Eiskunstlauf wurde immer beliebter und man versuchte, Schlittschuhe sicherer und benutzerfreundlicher zu machen. 1865 schuf der Balletttänzer Jackson Haines den modernen Schlittschuh, indem er die Kufen hochwertiger Schlittschuhe dauerhaft an Stiefeln befestigte. Er verwendete an die Kufe geschmiedete Zehen- und Fersenplatten, die ihrerseits mit Schrauben am Stiefel befestigt wurden. Die Verwendung hochwertiger Stahlklingen ermöglichte anmutigere und athletischere Bewegungen. Haines fügte dem Eislauf Elemente des Balletts hinzu und gilt als der Vater des modernen Eiskunstlaufs.

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Fotos: iStock© BM Infografik | Babette Ackermann-Reiche

19. bis 20. Jahrhundert

Einige Schlittschuhläufer experimentierten weiter und fügten der vorderen Kufenkurve einen kleinen gezackten Abschnitt hinzu. Dieser sogenannte Toe-Pic half den Eiskunstläufern bei der Ausführung ihrer Tricks, Sprünge und Landungen auf dem Eis. In den 1920er-Jahren wurden schließlich eine Reihe von Sprüngen erfunden, darunter einige, die Eiskunstläufer auch heute noch ausführen.

20. bis heute

Obwohl mit immer neueren Technologien leichtere Kufen mit schärferen Kanten hergestellt wurden, so ist die Grundform der Schlittschuhkufe in den letzten hundert Jahren doch gleich geblieben. Der moderne Klingenstil hat einen Eiskunstlauf mit rasend schneller Beinarbeit, herausfordernden Drehpositionen und athletischen Sprüngen hervorgebracht. Eiskunstlauf ist immer noch eine der beliebtesten Sportarten der Olympischen Winterspiele.

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Fotos: iStock© BM Infografik | Babette Ackermann-Reiche

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