CHRISTINE PERSITZKY

    Wind- und Wasserkraft, Wärme und Strom aus Sonnenenergie, Erdwärme und aus Biomasse gewonnene Bioenergie – die sogenannten erneuerbaren Energien bieten beste Berufsperspektiven, auch in der Region Berlin-Brandenburg. „In den Wirtschaftsbereichen Elektrizitätsversorgung, Solarenergie, Herstellung von Solarwärmemodulen und Wärme- und Kälteversorgung waren im Jahr 2017 in Berlin rund 7300 und in Brandenburg rund 8350 Beschäftigte tätig“, heißt es in der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit. „Brandenburg ist bundesweit ein führender Standort der Solarenergie und steht als Windenergie-Land an zweiter Stelle in Deutschland.“

    Klassische Ausbildungen werden aktualisiert

    Fachkräfte mit entsprechendem Know-how sind gefragt. Zahl­reiche Weiterbildungsmöglichkeiten sorgen für den erforderlichen Input. Sogar Umschulungen können sich bisweilen lohnen. Jedoch: „Den einen Ausbildungsberuf für erneuerbare Energien gibt es bislang nicht“, sagt Alexander Knebel von der Agentur für Erneuerbare Energien. Vielmehr seien es viele verschiedene klassische Ausbildungen vor allem für technische oder handwerkliche Berufe, die auch Wissen in Sachen regenerative Energien vermitteln. „Die Ausbildungsordnungen werden kontinuierlich aktualisiert. Das ist auch ­nötig, um neue Inhalte rund um erneuerbare Energien zu er­gän­zen“, sagt Knebel.

    Ein Beispiel sind die Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK). Sie verlegen Wasserleitungen und Heizungsrohre, bauen Sanitäranlagen ein und installieren Anlagen zur Regenwassernutzung. Aber sie montieren auch Solaranlagen, Wärmepumpen und moderne Klima- und Heizungsanlagen wie Holzpellet-Heizungen.

    Eines der ältesten Gewerke wird in Zeiten der Energiewende wieder zu einem der modernsten: Dachdecker kümmern sich nicht nur um die Abdichtungen an Dach- und Wandflächen und die Installation dazugehöriger Blitzschutzanlagen. Seitdem die Haus­eigen­tümer vermehrt Sonnenenergie nutzen, montieren Dachdecker auch Solarthermie- und Fotovoltaikanlagen. Elektroniker für Betriebstechnik dagegen installieren und warten elektrische Betriebs-, Produktions- und Verfahrensanlagen. Aber sie beherrschen auch Netzmanagement und sorgen dafür, dass grüner Strom von Fotovoltaikanlagen und Windrädern zur Steckdose gelangt. Und dafür, dass trotz schwankender Einspeisung – etwa weil die frische Brise zur Flaute wird – die Spannung im Netz gleich bleibt. Elek­troniker für Betriebstechnik überwachen die Stromnetze und haben ein Auge auf die Computer, die für die smarte Netzsteuerung zuständig sind. Sie benötigen IT-Kenntnisse, technisches Verständnis und sollten mit Zahlen umgehen können.

    Kenntnisse in der Materialbearbeitung, im Umformen, Messen und Prüfen, in Pneumatik und Hydraulik und in EDV-Technik machen Mechatroniker zu spezialisierten Allroundern. Im Bereich der erneuerbaren Energien werden sie in all jenen Betrieben gebraucht, die Komponenten für entsprechende Anlagen produzieren.

    Alle Arbeitsplätze im Berufsfeld erneuerbare Energien haben eines gemeinsam: Neue Technologien und Prozesse verändern die Tätigkeiten permanent und erfordern die Fähigkeit, sich ständig neues Wissen anzueignen – denn das ist in dieser sich schnell entwickelnden Branche unerlässlich.