New York

Wie gefährlich sind E-Zigaretten für die Gesundheit?

New York. Auch Nutzer von E-Zigaretten könnten ein höheres Krebsrisiko haben als Nichtraucher. Das vermuten Forscher um Moon-shong Tang vom Institut für Umweltmedizin der New York University. Die Geräte verdampfen meist nikotinhaltige Flüssigkeit, statt Tabak zu verbrennen, und vermeiden so die schädlichen Nebenprodukte. Sie werden deshalb als gesündere Alternative zum Tabakrauchen vermarktet.

Experimente mit Mäusen hätten jedoch ein erhöhtes Risiko für Lungen- und Blasenkrebs sowie Herzerkrankungen und DNA-Schäden durch E-Zigaretten-Qualm gezeigt, heißt es in der Studie, die jetzt in den „Proceedings“ der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften (PNAS) veröffentlicht wurde. „Die Studie ist meines Wissens die erste, die zeigt, dass nikotinhaltiges Aerosol von E-Zigaretten mutagene Wirkungen haben kann“, sagt Ute Mons, Leiterin des WHO-Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle am Deutschen Krebsforschungszentrum.

Für die Untersuchung wurden unter anderem Mäuse über zwölf Wochen drei Stunden täglich nikotinhaltigem Aerosol von E-Zigaretten ausgesetzt und mit Kontrollmäusen verglichen, die gefilterte Luft eingeatmet hatten. Bei den Mäusen, die E-Zigaretten-Aerosol ausgesetzt waren, fanden sich Schädigungen an der Lunge, am Herzen sowie in der Blase, außerdem waren DNA-Reparaturmechanismen in der Lunge reduziert. „Bezüglich der Übertragbarkeit der Ergebnisse für Menschen bin ich allerdings sehr skeptisch“, sagt Mons. So seien für Menschen übliche Mengen verwendet worden, eine für Mäuse also extrem hohe Dosis. Zudem hätten andere Studien gezeigt, dass E-Zigaretten-Dampf bei sachgemäßem Gebrauch kaum krebserzeugende Substanzen enthalte – während in Tabakrauch 90 solcher Karzinogene bekannt seien.

„Interessant wäre daher gewesen, wenn die Studie zusätzlich zu den unbehandelten Kontrollmäusen eine Gruppe von Mäusen verglichen hätte, die Tabakrauch ausgesetzt wurde“, so Mons. Dann hätte sich die Schädlichkeit von Zigarette und E-Zigarette vergleichen lassen. „Die vorliegende Studie kann hierzu leider nichts beitragen“, so Mons.

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