Kleines Theater

Berliner Erstaufführung: Switzerland

Der doppelbödige psychologische Thriller wurde inspiriert durch Patricia Highsmith und ist letztlich eine Hommage an die amerikanische Autorin, die berühmt wurde durch ihre Geschichten um den attraktiven und amoralischen Mörder Tom Ripley.

Des Lebens in New York und ihrer amerikanischen Leserschaft, die in ihr nur eine erstklassige Krimi-Autorin sieht, überdrüssig, hat sie sich nach Jahren in Frankreich in ein kleines abgelegenes Schweizer Bergdorf zurückgezogen. Ihr Verlag hegt aber weiterhin die Hoffnung auf eine Fortführung ihres Welterfolgs. Eines Tages steht ein ehrgeiziger Verlagsangestellter vor ihrer Tür. Er will sie überreden, einen neuen Ripley-Roman zu schreiben. Ein anderer Mitarbeiter des Verlags ist traumatisiert nach New York zurück geflohen, nachdem Highsmiths schwarzer Humor und ihre klare Weigerung zu kooperieren ihn überforderten. Doch Egward Ridgeway besitzt offensichtlich Ehrgeiz und Selbstvertrauen. Erst will Patricia auch ihn wieder abwimmeln, aber dann fängt sie an, ihn amüsant zu finden. Es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem irgendwann nicht mehr klar ist, wer die Katze und wer die Maus ist.

Die Rollen sind mit der deutschen Fernsehpreis-Trägerin Birge Schade („Jenseits der Stille“, „Schlafes Bruder“) und Florian Bartholomäi, dem breiten Publikum bekannt aus vielen Folgen der „Tatort“-Reihe („Tatort-Taxi nach Leipzig“) erstklassig besetzt.

„Switzerland“ wurde parallel in Sydney und Los Angeles uraufgeführt. Joanna Murray-Smith ist gegenwärtig die erfolgreichste australische Autorin, deren Stücke weltweit gespielt werden und mit zahlreichenPreisen ausgezeichnet orden sind. Zu den in Deutschland bekanntesten gehören „In allen Ehren“ und „Zorn“, die in Berlin und Potsdam gezeigt wurden.

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