Raubkopien

Polizei durchsucht Wohnungen wegen illegalem Downloadportal

In 13 Bundesländern, darunter Berlin, haben Beamte Wohnungen durchsucht. Der Verdacht: Betrieb eines illegalen Downloadportals.

Download am PC: Die Polizei durchsuchte die Wohnungen von 42 Tatverdächtigen in 13 Bundesländern.

Download am PC: Die Polizei durchsuchte die Wohnungen von 42 Tatverdächtigen in 13 Bundesländern.

Berlin. Die Zentralstelle für Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/Main hat am vergangenen Mittwoch und Donnerstag die Wohnungen von 42 Tatverdächtigen in 13 Bundesländern durchsucht. In Berlin wurden fünf Wohnungen durchsucht.

Wie die Berliner Staatsanwaltschaft mitteilte, handelt es sich bei den Tatverdächtigen um vier Männer und eine Frau. Ihnen werde die unerlaubte Nutzung urheberechtlich geschützter Werke zur Last gelegt, sagte Martin Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft, der Berliner Morgenpost. Die Wohnungen der Beschuldigten wurden in Friedrichsfelde, Lichtenrade, Reinickendorf, Neukölln und in Pankow durchsucht.

Die Beschuldigten im Alter von 23 bis 72 Jahren stehen im Verdacht, im Internet ein illegales Download-Portal betrieben und organisiert zu haben. Auf dem Portal namens „usenetrevolution.info“ haben die Tatverdächtigen Raubkopien von Kinofilmen, Filmserien, Musik, Software, Computerspiele und E-Books angeboten, ohne Gebühren an die Rechteinhaber abzuführen. Nach Angaben der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft entstand den Inhabern der Urheberrechte ein Schaden in Höhe von mindestens 2,9 Millionen Euro. Über das Download-Portal haben sich zuletzt etwa 27.000 Mitglieder illegal Filme, Musik und ähnliches runtergeladen.

Der Hauptbeschuldigten, ein 49 Jahre alter Mann steht im Verdacht, als so genannter Administrator für den technischen Betrieb des illegalen Download-Portals verantwortlich gewesen zu sein. Vier weitere Beschuldigte stehen in Verdacht, als Moderatoren beziehungsweise so genannte „Uploader“ den Betrieb organisiert oder zumindest unterstützt zu haben.

Die Ermittlungsbehörden, die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Landeskriminalamt Hessen konnten auch den Standort des Servers und eine Vertriebsseite in den Niederlanden und in Frankreich ausfindig machen . Das Downloadportal wurde am vergangenen Mittwoch abgeschaltet. Unterstützt wurden die Ermittlungen im Ausland von der europäischen Justizbehörde Eurojust.