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Vom Tegeler Hafen nach Prag oder nach Breslau schippern

Da denkt man, man kenne seine Heimatstadt seit über einem halben Jahrhundert. Und dann wird man durch ein einfaches Schild eines Besseren belehrt. Das erst einmal Fragen aufwirft. Nähert man sich im hohen Norden Berlins von Waidmannslust dem benachbarten Ortsteil Tegel, entdeckt man den Hinweis zum „Kreuzfahrtterminal“.

Berlin liegt bekanntermaßen nicht am Meer, wo üblicherweise die großen Kreuzfahrer in See stechen. Doch da wären ja auch noch die Flusskreuzfahrten. Und eben dafür ist das Hinweisschild gedacht.

Denn von Tegel legen ja nicht nur die Dampfer ab, die Anlegestelle Greenwichpromenade ist letztlich stadtbekannt. Sondern eben auch Schiffe, die überregional zu Flussreisen aufbrechen. Mit dem nahe gelegenen Tegeler Hafen gibt es ein Kreuzfahrtterminal. Nicht dass dort ein stündliches Kommen und Gehen wäre, an der Greenwichpromenade ist gemeinhin mehr los.

Aber zwischen Frühjahr und Herbst kann man eben auch von Berlin-Tegel mit dem Schiff in die Ferne Reisen, etwa nach Prag oder Breslau. Allerdings muss man sich dazu etwas gedulden. Die Boote machen allmählich Winterschlaf. Ein paar Flusskreuzfahrer aber legen die nächsten Tage nach Mehrtagesfahrten über deutsche Wasserstraßen noch im Hafen Tegel an.

Wie beispielsweise die aus Stralsund kommende „Sans Souci“ oder die „Saxonia“, die gestern in Potsdam abgelegt hat und in zwölf Tagen über Frankfurt (Oder), Breslau, Eisenhüttenstadt und Eberswalde Anfang November erst einen Stopp in Tegel macht, bevor die restlichen Gäste dieser ausgiebigen Flussfahrt in Brandenburgs Landeshauptstadt Potsdam dann wieder an Land gehen.

( bli )