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Verantwortung für Menschen und Güter

Fluglotsen und Lokführer bei der Bahn sind gefragte Berufe im Verkehrswesen

MATHIAS STENGEL

Wenn sich die Passagiere im Flugzeug mit Applaus beim Piloten für eine sichere Landung bedanken, ist er nur Stellvertreter für eine Teamleistung. Denn die Piloten werden von Fluglotsen unterstützt, die den Luftraum überwachen und den Piloten bei deren Manövern Anweisungen geben. Bewerber für eine Fluglotsen-Ausbildung an der Flugsicherungsakademie in Langen müssen Abitur haben, 19 bis 24 Jahre alt und gesund sein. In Langen starten mehrmals im Jahr Theoriekurse. Aktuell gibt es 80 bis 90 Auszubildende im Jahr, etwa ein Drittel davon sind Frauen.

Die anspruchsvolle Eignungstests

bestehen nur fünf Prozent

Die Eignungstests dauern fast eine Woche. Erwartet werden gute Merkfähigkeit, Raumorientierung, Zahlenverständnis, Konzentrations- und Multitasking-Fähigkeit, Entscheidungsfreude, Belastbarkeit und Teamfähigkeit. Nach einem computergestützten Testverfahren folgen Arbeitsproben an Testgeräten. Einige Wochen später dann der Test vor einer Auswahlkommission aus Luftfahrtpsychologen und Fluglotsen. Man kann sich zwar auf die Tests vorbereiten, trotzdem bestehen nur etwa fünf Prozent der Bewerber die Aufnahmeprüfung. Und wer durchgefallen ist, bekommt keine zweite Chance.

Die Ausbildungsvergütung während der etwa 1,5 Jahre dauernden Theorie beträgt 955 Euro. Auf dem Lehrplan stehen Flugzeugkunde, Meteorologie, Navigation, Luftfahrtregeln und Englisch. Die praktische Phase dauert meist zwölf Monate. Da verdienen die angehenden Fluglotsen 3400 bis 4200 Euro. Ausgebildete Fluglotsen verdienen anfangs mehr als 6000 Euro brutto im Monat.

www.dfs.de

Passagiere und Güter auf Schienen sicher ans Ziel zu bringen und dabei Deutschland zu bereisen, dieser Traum bleibt so manchem über die Kindheit hinaus erhalten. Eine Ausbildung zum Lokführer beziehungsweise zum „Eisenbahner im Betriebsdienst der Fachrichtung Lokführer und Transport“, wie der Beruf offiziell heißt, kann diesen Wunsch erfüllen. Am besten sind die Chancen bei der Deutschen Bahn (DB), weil sie mit ihren mehr als 300.000 Mitarbeitern zu den größten Arbeitgeber Deutschlands zählt. Unter den dort beschäftigten Mitarbeitern in etwa 500 Berufsfeldern ist die Berufsgruppe der Lokführer mit 20.000 Beschäftigten eines der personell größten. Etwa 1500 Lokführer sind allein in Berlin beschäftigt, 1100 davon bei der S-Bahn Berlin GmbH. Und der Bedarf ist groß: „Allein in Berlin stellt die DB in diesem Jahr
300 Lokführer ein und 24 Lokführer-Azubis beginnen ihre Ausbildung“, sagt ein Unternehmenssprecher der DB.

Großer Bedarf in Berlin

auch bei der S-Bahn

Grundvoraussetzungen für die Ausbildung ist eine erfolgreiche medizinische Eignungsuntersuchung. Daneben sollten Bewerber Interessen und Fähigkeiten wie Begeisterung für Technik und analytisches Denken, hohes Konzentrationsvermögen, Souveränität und Entscheidungsstärke in unvorhergesehenen Situationen, Zuverlässigkeit und Sicherheits-bewusstsein, Bereitschaft zu Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten haben.

Nach der Ausbildung darf auf freien Strecken fahren, wer das 20. Lebensjahr vollendet hat. Bei erfolgreichem Abschluss der Ausbildung werden Azubis bei der DB unbefristet übernommen („Übernahmegarantie“).

karriere.deutschebahn.com

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