MATHIAS STENGEL

Der Traum vom eigenen Ferienhaus an der Nord- und Ostsee bleibt wegen der großen Nachfrage und der deshalb hohen Preise für viele unerfüllt. Und sollten die finanziellen Möglichkeiten doch ausreichen, um sich ein kleines Appartement an der Küste leisten zu können, sind das oft fertige Objekte, bei denen man weder Einfluss auf die Gestaltung, noch auf die Zusammensetzung der Miteigentümer der Anlage hat.

Dass es auch anders geht, will Architekt Patric F.C. Meier zeigen. Bei der von ihm initiierten Baugemeinschaft „Meerleben“ entsteht an der Ostseeküste nahe Wismar in Nordwestmecklenburg auf einem 7700 Quadratmeter großem Grundstück in Hohenkirchen-Niendorf ein Feriendorf Gleichgesinnter mit
13 Häusern, laut Meier das „erste von einer Gemeinschaft errichtete Feriendorf Deutschlands“.

Ein wesentlicher Vorteil des Bauens in Gemeinschaft ist der finanzielle Aspekt. Die Kosten liegen zwischen 150.000 für ein „tiny-house“ und 450.000 Euro für ein großes Haus mit acht Betten. Gegenüber einer vergleichbaren Immobilie eines Bauträgers rechnet Meier mit einer Kostenersparnis von mindestens 15 Prozent. Noch einmal günstiger wird das Ganze, wenn sich zum Beispiel mehrere Freunde ein Haus teilen. Denn auch hier gehen die Initiatoren neue Wege: Ein Ferienhaus kann von mehreren Personen gekauft und finanziert werden.

Die Mitglieder der Baugemeinschaft finanzieren die Kosten für ihr Ferienhaus. „Es gibt Interessenten, die zu Dritt ein Haus finanzieren und bauen wollen“, sagt Meier. Aber das ist eher eine Ausnahme. Alle sieben Parteien aus dem ersten Bauabschnitt sind Paare oder Einzelinvestoren. Erschließungskosten, die Kosten für das Gemeinschaftshaus und für den Spiel-platz werden von der Meerleben Baugemeinschaft GbR getragen. In die GbR-Kasse zahlen alle
13 Baugemeinschafts-Mitglieder – unabhängig von der Hausgröße – einen 13-tel Anteil ein. Das gesamte Projekt steht unter der Motto „gemeinsam größer“: Individualbereiche wie die Schlafzimmer sind bewusst reduziert, um die anderen Flächen möglichst großzügig gestalten zu können – „Meerleben“ soll laut Meier das „miteinander Urlaub machen“ neu definieren. „Wir wollen eine authentische Vielfalt der Menschen und somit auch der Häuser, und wir wissen auch: Ein Dorf ist nur dann lebendig, wenn die Menschen aufeinander Bezug nehmen.“

So soll es neben den 13 Ferienhäusern auch ein Gemeinschaftshaus für alle Eigentümer und Gäste und eine große Spiel- und Freizeitfläche für Kinder und Erwachsene geben.

Die ersten sieben Häuser sind bald bezugsfertig. „Die Refinanzierung der Kosten erfolgt zum Teil über die Fremdvermietung des Hauses an Feriengäste. Wer das Haus häufig selbst nutzt, erhält entsprechend weniger Einnahmen, gewinnt womöglich aber ein großes Stück Lebensfreude“, ist der „Meerleben“-Initiator überzeugt.