Früher befand sich in dem Hof laut Auskunft der freundlichen und sehr aufmerksamen Kellnerinnen tatsächlich einmal eine Schmiede. Heute bietet das „Restaurant Churschmied“ deftige deutsche Kost zu moderaten Preisen. Der Weg zum Schankraum im Erdgeschoss führt an der Küche vorbei. Ein Blick hinein zeigte, sie ist sauber, aufgeräumt und an diesem Abend mit zwei Mann besetzt. Im Schankraum empfängt das, was gemeinhin als „deutsche Gemütlichkeit“ bekannt ist: plüschige Einrichtung, Drucke alter Gemälde und Stiche, Bierseidel und ein Emaille-Werbeschild für Bier.

Vier Sorten davon sind vom Fass im Angebot, neben Radeberger auch ein Jubiläums-Pils von Kindl. Daneben steht ein Potpourri europäischer Weine zu fairen Preisen zur Auswahl. Die Speisekarte hält Altbekanntes vor, das Spektrum reicht von Tomaten-Suppe über gebackenen Camembert, Schnecken, Sülze mit Bratkartoffeln, Schnitzel oder Argentinisches Pfeffersteak.

Gut gewürzt kam die Rinderkraftbrühe mit Gemüse zu Tisch, es gibt sie als Teller für 4,50 Euro oder als Tasse für 3,50 Euro. Kleine Portionen finden sich auch bei einigen Vor- und Hauptspeisen. Bei denen empfahl die Wochenkarte einen Spanferkelbraten. Der stellte sich allerdings als sehr bissfester Schweinsbraten heraus. Zu dem konnte neben Salzkartoffeln auch ein Kartoffelkloß bestellt werden, den reichlich gute, tiefbraune Biersoße umfloss. Uninspiriert war das Sauerkraut, dem Schmelz und Pfiff fehlte (11,50 Euro).

Trotz der nicht restlos überzeugenden Qualität waren die rund zwei Dutzend Sitzplätze im Erdgeschoss gut besetzt. Wenn es voller wird, kann man im ersten Stock in einem großen Saal Platz nehmen. Außer Sonntag wird ein preiswerter Mittagstisch angeboten, und Montag ist Schnitzeltag, zwei Dutzend verschiedene zu je 9, 20 Euro.

Churschmied Jüdenstraße 6, Spandau, Tel. 333 95 98, Mo.-Sbd. 12-23.30, So 12-21 Uhr

fmr