Einen Monat nach einem letzten Schlichtungsversuch macht der Online-Zimmervermittler Airbnb ernst. Das Unternehmen hat erste Berliner Anbieter von Ferienzimmern und -wohnungen von seiner Seite entfernt. „Diese routinemäßige Initiative zur Qualitätssicherung findet regelmäßig überall auf der Welt statt“, sagte Airbnb-Sprecher Julian Trautwein.
Nach Auswertungen des Forschungsprojekts „Airbnbvsberlin.de“ der Universität Potsdam hat sich die Zahl der Angebote in Berlin von 16.000 auf 11.000 verringert. Die Zahl gewerblicher Angebote hat sich demnach von 2000 auf 1000 halbiert. „Das begrüßen wir sehr“, sagt der Sprecher der Wohnungsverwaltung, Martin Pallgen. „Damit kommen wir zurück zum Gedanken des Homesharing und verhindern das gewerbliche Vermieten von Ferienwohnungen.“
Airbnb gibt in E-Mails an Anbieter als Grund für die Kündigung an, den Kunden „ein authentisches und einzigartiges Reiseerlebnis“ vermitteln zu wollen. Deswegen werde die Anbieterdatei regelmäßig überprüft, heißt es bei Airbnb. Nach Auswertungen der Universität Potsdam gibt es die meisten Angebote im Neuköllner Reuterkiez, wo 476 Zimmer und Wohnungen angeboten werden, gefolgt von der Gegend um den Helmholtzplatz in Prenzlauer Berg mit 345 Angeboten und dem Gräfekiez in Kreuzberg (314).
Nach der Verschärfung des Berliner Zweckentfremdungsverbotes vor zwei Jahren wollte Airbnb Ausnahmeregelungen vom Land erreichen. Das lehnte Wohnungsstaatssekretär Engelbert Lütke Daldrup jedoch ab.
Mit dem Zweckentfremdungsgesetz will Berlin verhindern, dass normale Wohnungen als Ferienwohnungen angeboten werden. Das Verbot war am 1. Mai 2014 in Kraft getreten, sah aber eine Übergangszeit vor, die am 30. April endet. Das Vermieten von einzelnen Zimmern der eigenen Wohnung ist weiterhin erlaubt. Seite 12

